Hardthäuser Bürger vor schwieriger Entscheidung

Hardthausen  Großes Interesse zeigten die Hardthäuser am Dienstagabend, fünf Tage vor der Bürgermeisterwahl: Rund 500 Menschen kamen zum Stimme-Forum in die Buchsbachtalhalle, um sich ein Bild von den vier ernsthaften Kandidaten zu machen.

Von Friedhelm Römer

Bürger vor schwieriger Entscheidung
Gut gelaunt präsentieren sich die Kandidaten den Bürgern in der gefüllten Buchsbachtalhalle (von links): Ralph Matousek, Arnd Oskar Beck, Martin Hellemann und Thomas Einfalt. Fotos: Dennis Mugler  

Am kommenden Sonntag, 17. Juni, stehen vier ernsthafte Kandidaten in der 4100-Einwohner zählenden Gemeinde zur Wahl. Nachdem Bürgermeister Harry Brunnet nach 40 Jahren nicht mehr antritt, richten sich die Blicke umso stärker auf das Kandidatenfeld, das sich den Fragen der Redakteurinnen Julia Neuert und Vanessa Müller stellt. Und viele Bürger, das zeigen die spärlich gereckten Arme auf eine Frage zu Beginn des Abends in die Besucherrunde, haben sich noch nicht entschieden, welchem Bewerber sie ihre Stimme geben werden.

Ob ihm denn die Hälfte des Saales grollen werde, weil er als Torwart der SGM Stein/Kochertürn in einem der Lokalderbys der Kreisliga A gegen die beiden anderen Hardthäuser Vereine einen gegnerischen Sieg verhindert hätte, will Vanessa Müller von Thomas Einfalt wissen. Doch der reagiert souverän: "Ich habe in weiser Voraussicht weder gegen den SV Lampoldshausen noch gegen den TSV Hardthausen gespielt."

Thomas Einfalt, der in Neuenstadt-Kochertürn lebt und seit 2015 als Haupt- und Bauamtsleiter in Löwenstein arbeitet, ist mit 29 Jahren der jüngste dieses eingeladenen Quartetts. "Ich möchte eine gerechte und offene Politik. Das ist meine Vorstellung von Kommunalpolitik", sagt er bei der Vorstellungsrunde.

Bürger vor schwieriger Entscheidung

Betrachtet das Stimme-Wahlforum als interessierter Zuschauer im Saal: Der nach vier Jahrzehnten aus dem Amt scheidende Bürgermeister Harry Brunnet.

 

Dass sich seine Ehrenamtsarbeit stark reduzieren wird, daran führt für den Diplom-Politologen Verwaltungsfachwirt Martin Hellemann-Brenner kein Weg vorbei. "Das Amt des Bürgermeisters ist ein 24-Stunden-Job", so der 48-Jährige. Hellemann arbeitet seit 2015 als Leiter der Stabsstelle Kreisentwicklung und Europa im Landratsamt Hohenlohe und lebt mit seiner Familie in Öhringen.

"Ein Bürgermeister sollte offen und ehrlich mit den Menschen umgehen", erklärt Ralph Matousek. Der 43-Jährige Diplom-Verwaltungswirt hat als Haupt- und Bauamtsleiter in Untereisesheim gearbeitet und kam vor 15 Jahren als Kämmerer nach Jagsthausen. Matousek scheiterte im Jahr 2012 bei der Bürgermeisterwahl in Untereisesheim. Die damalige Niederlage habe er sportlich genommen. Was in Hardthausen anders sei, möchte Vanessa Müller von ihm erfahren: "Heute habe ich 20 Jahre Berufserfahrung in allen Bereichen der Verwaltung. Das möchte ich in die Waagschale werfen."

Der einzige Nicht-Verwaltungsmann ist Arnd Oskar Beck. "Man kann aber alles lernen und sich weiterbilden", antwortet er auf die Frage von Julia Neuert, wie er denn das fehlende Fachwissen ausgleichen wolle. Der 50-Jährige arbeitet im Öffentlichen Dienst bei der Straßenmeisterei Neuenstadt und lebt mit seiner Familie im Ortsteil Lampoldshausen.

 

Verabschiedung

Gewählt wird in Hardthausen am kommenden Sonntag, 17. Juni. Die Kommune hat die drei Ortsteile Kochersteinsfeld, Gochsen und Lampoldshausen. Erreicht keiner der Bewerber die absolute Mehrheit der Stimmen, wird am Sonntag, 8. Juli, ein zweiter Wahlgang stattfinden.

Der amtierende Bürgermeister Harry Brunnet erklärte bereits Ende 2017, dass er sich nach vier Jahrzehnten an der Rathausspitze nicht mehr zur Wahl stellen wird. Nach seinem letzten Arbeitstag mitsamt Verabschiedung am 17. August geht er in den Ruhestand. Dem Kreistag wird er noch bis 2019 angehören.