Von der Rache von Bethlehem

Von unserer Mitarbeiterin Ute Plückthun

Von der Rache von Bethlehem
Theaterstück der Oedheimer Kolpingjugend in der Kochana: Von den Herdmanns ist auch beim Krippenspiel nur das Schlimmste zu erwarten. Foto: Ute Plückthun 

Oedheim - Diesmal kein Musical, sondern ein witziges und freches Theaterstück: Mit "Hilfe, die Herdmanns kommen" präsentierte sich das Jugendtheater der Kolpingfamilie Oedheim erneut von seiner Schokoladenseite. Zum ersten Mal unter Regie von Corvin Tondera-Klein zeigten die 20 Nachwuchsschauspieler an zwei Tagen in der Kochana ein Krippenspiel der besonderen Art und ernteten dafür reichlich Lacher und den verdienten Applaus.

Bande Sie lügen, klauen, rauchen und verprügeln kleine Kinder: Die Herdmanns sind eindeutig das Schlimmste, was einem Dorf passieren kann. Vor Ralf (Sven Kieweg), Eugenie (Annabelle Sattler), Hedwig (Sarah Herold) und dem Rest der verkommenen Bande (Bastian Götz, Valentin Götz und Alexander Brechtel) ist man höchstens in der kirchlichen Sonntagsschule sicher. Bis die Gören sich auch noch sämtliche Rollen im Krippenspiel sichern.

Das Stück wird deshalb wahrlich anders als in den Vorjahren. Organisatorin Barbara (Joane Delattiebeaudiere), die für die verunfallte Frau Armstrong (Milena Götz) einspringen muss, hat mit Unterstützung ihres Gatten (Felix Götz) alle Hände voll zu tun. Schließlich haben die Herdmanns keine Ahnung vom weihnachtlichen Krippenspiel.

"Kino in echt von Jesus" macht die Horde jedoch voll an. Die Geschichte von Maria mit gesegnetem Leib − Ralf: "Wow, die Olle war schwanger!" − und dem Kind in der Krippe − Eugenie: "In Tücher gefesselt und in eine Krippe geworfen, wo war denn da die Jugendfürsorge!" − sowie einem Engel des Herrn namens Hedwig, der sich als Rächer der Entrechteten versteht.

Die "Rache von Bethlehem" droht zur Katastrophe zu werden. Weder Engel (Vera Dolpp, Anne Schwab, Lena Knecht, Marielle Trui, Marlene Krämer, Nadja Maurer) noch Hirten (Tim Wenzel, Franziska Herold, Fabian Niekrenz, Pia Herold) fühlen sich in ihren Rollen wohl. Dafür machen sich die Herdmanns breit und schlagen sich als Josef, Maria, Engel und Heilige Drei Könige durch. Sie angeln das Geld aus den Klingelbeuteln, trinken den Abendmahlwein, setzen fast die Kirche in Brand und rufen den Feuerwehrmann (Tobias Riel) auf den Plan.

Keule Doch es hätte alles noch viel schlimmer kommen können. Zwar sind die Gaben Haarspray, Lebkuchen und Schinkenkeule statt Gold, Weihrauch und Myrrhe etwas ungewöhnlich, aber am Ende sind sich alle einig: So engagiert und lebendig war das Krippenspiel noch nie.

Flott und unterhaltsam brachten die Jugendlichen des Kolpingtheaters das Stück von Barbara Robinson auf die Bühne. Bei einer hervorragenden Gesamtleistung kamen naturgemäß vor allem die Herdmanns, die Eltern und die Erzähler zur Geltung. Doch wie sagte schon Frau Armstrong: "Es gibt keine kleinen Rollen, nur kleine Darsteller."




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