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Shakespeares Geheimnis auf der Spur
Von unserer Mitarbeiterin Ute Plückthun
Neckarsulm - Eines kann jetzt schon verraten werden: Der Gärtner war es diesmal nicht. Oder hat er mit Sir Arthurs plötzlichem Dahinscheiden doch etwas zu tun? Immerhin ist Archibald in der Sache mit "Das Geheimnis um Shakespeare, Schopenhauer und Miller" bestens eingeweiht. Der Neckarsulmer Jojo Eble weiß ebenfalls Bescheid: Immerhin ist er in der Kriminalkomödie, die er für die Neckarsulmer Kolping-Theatergruppe geschrieben hat, der Butler. Dafür proben die 18 Akteure unter Regie von Hanno Wingler im katholischen Gemeindehaus St. Paulus fleißig.
Diener In drei Akten breitet sich vor dem Publikum ein England aus, wie es von "Miss Marple" und dem "Dinner for One" bestens bekannt ist: mit einer weitläufigen Dienerschaft, verzwickten Familienbanden und einer nicht ganz astreinen Sippschaft. Und einem echten, spätestens aber im ersten Akt nach dem Genuss des Sherrys toten Sir Arthur.
Schon seit drei Jahren hat Jojo Eble die Geschichte in der Schublade. "Ich wollte schon immer mal einen Krimi schreiben", gesteht er. Nach einem VHS-Kurs sind sogar gleich zwei entstanden. Fast sechs Monate hat er an seiner zweiten Krimikomödie geschrieben, nachdem sich die Aufführung des Erstlingswerks "CO2- kein Spiel ohne Grenzen" im Jahr 2008 als Erfolg erwiesen hatte. Diesmal hat ihn ein Stück gereizt, "in dem jeder jeden verdächtigt und keiner bis zum Schluss weiß, wer der Mörder ist".
Jetzt ist "Das Geheimnis um Shakespeare, Schopenhauer und Miller" zur Aufführung gereift, seit dieser Woche wird im Gemeindehaus das echt englische Bühnenbild eingebaut.
Im Oktober wurde das 44 Seiten starke, ordentlich gebundene Stück vorbesprochen und seit etlichen Wochen mit dem neuen Regisseur Hanno Wingler geprobt. Er ist, wie sein im Juli 2011 überraschend verstorbener Vorgänger Jochen Müller, ein echter Profi und weiß, worauf es ankommt.
Der dritte Akt steht an: "Das wird nicht einfach, da müssen wir parlieren", kündigt der Regisseur an, der sich mit Regieassistentin Gabi Bischoff-Vogt vor der Bühne platziert hat. Nach einem eröffnenden ersten Akt und einem zweiten, in dem die Protagonisten nach Herzenslust streiten durften, sind nun ausführliche Szenen und ausführende Dialoge angesagt. Schließlich geht es um die Klärung eines Mordes, der Inspektor Higgins auf den Plan ruft.
Der ist samt Assistent Rogers selbstverständlich von Scotland Yard, mit Karosakko und Pfeife ausgestattet. Im echten Leben kommt Alexander Schmidt aus Talheim. Der erfahrene Laienschauspieler ist in Neckarsulm zum ersten Mal dabei.
Dort ist Hans-Jürgen Brecht mittlerweile ein alter Hase. Seit seinem 14. Lebensjahr spielt er immer wieder Theater, macht in dieser Saison auch im Heilbronner Theater bei Kafkas "Der Prozess" und "Exit Europa" mit. In Neckarsulm hat er die Rolle des doppelbödigen Gutsverwalters und Notars Scooter. Stilgerecht mit der Aktentasche unter den Arm geklemmt.
Enterbt Während Matthias Frohberg als Chauffeur Johann darauf wartet, bis er an der Reihe ist und im Zuschauerraum solange Motorzeitschriften mit Rolls Royce, Bentleys und Jaguars durchblättert, soll Sir Arthurs enterbte Tochter Miranda auf der Bühne den Schwippschwager Henry ertappen, wie er sich am Bücherregal zu schaffen macht. "Lauft nicht gleichzeitig weg", rät der Regisseur Andrea Löw und Sigbert Effenberger. "Sonst sieht es aus wie ein Gänsemarsch." Auch für Kammerzofe Julia hat Hanno Wingler die passenden Regieanweisungen. "Du gehst singend ab, mein Schätzelchen", gibt er Johanna Effenberger mit auf den Weg. Tatsächlich summt sie, während sie hinter der Bühne verschwindet: "Der Mörder ist immer der Gärtner..."
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