Narren verbrennen den Fassebutz

Von unserem Mitarbeiter Peter Klotz

Narren verbrennen den Fassebutz
Von Lise Loleit, Siggi Mack, Mane Gruber und Hans Gäbl bunt geschmückt, schickten die Hühnerläuse den Fassebutze zurück in seine Galaxie.Foto: Peter Klotz 

Bad friedrichshall - Die Faschingskampagne ist bei den Hühnerläusen recht kurz, dafür aber richtig knackig. Von Freitag bis Faschingsdienstag geht es für die Jagstfelder zwischen Prunksitzungen und Umzügen eigentlich ohne Pause durch. Als letzte Amtshandlung der Tollitäten Prinz Reiner I. von Baddisch-Sibirien und seiner Prinzessin Claudia II. von De-la-Rouge steht am Aschermittwoch noch das traditionelle Begräbnis des Fassebutzes an.

Trauerkapelle Zur feierlichen Verbrennung lag das Überbleibsel einer fremden Galaxie aufgebahrt in seinem Sarg, geschmückt mit vielen Souvenirs aus der laufenden Kampagne. In einem schaurig-schönen Leichenzug wurde er dann auf dem Leiterwagen durch Jagstfeld geführt. Der Trauerkapelle folgten Hunderte von Anhängern der Hühnerlaus, meist in Schwarz gekleidet, und das Taschentuch darf keinesfalls fehlen.

Üblich ist es für die Hühnerläuse und ihre Anhänger, beim Zug durch den Bad Friedrichshaller Ortsteil an wichtigen Stationen anzuhalten und vom Faschingsprinzen einen Rückblick über die Missgeschicke in der Kampagne zu hören. Mit viel Akribie, hintergründigem Humor und erstaunlicherweise auch durchsetzt mit schwäbischen Kraftausdrücken verfasst der Aktive Karl-Heinz Schmidt diese Abrechnung nach dem Motto: "Wir wollen den Samen der Heiterkeit säen, um im nächsten Jahr wieder Narretei gebären zu können."

Erstaunliches kam zutage: In dieser Saison stand Präsident Antonio Giordano plötzlich nackt da, aber nur im übertragenen Sinn. Er hatte das wichtigste Zeichen seines Amtes, die Narrenkappe verloren. Gestandene Männer waren es, die mit vereinten Kräften und geschätzten 100 Jahren Erfahrung anrückten, um die defekte Heizung in der Jahnhalle zu reparieren.

Andi Hautzinger, Peter Heidinger und Siggi Mack gingen mit Hammer, Entlüftungsschlüssel und Spezialwerkzeug auf Fehlersuche. Der war aber leicht zu finden − die Heizung war einfach nicht eingeschaltet worden.

Von der Jahnhalle aus ging der Trauerzug dann mit Halt an den Stationen Politschek, Alter Schacht, Sonne, Schöne Aussicht und Café Schwarz zum Hundeplatz (Hunsduns) am Neckar. Zur Aufrichtung der Trauernden gab es bei jedem Halt eine kleine Stärkung wie milde Alkoholspenden, Fischbrötchen, Glühwein und Suppe, eben das, was der karnevalsgeschädigte Narr für den Übertritt ins reale Leben braucht. An der letzten Station wurde der Sarg und zeitgleich ein Feuerwerk von der anderen Neckarseite aus angezündet.

Versprechen Nach dem tränenreichen Abschied gab Hühnerlaus-Präsident Antonio Giordano den Teilnehmern den traditionellen Spruch auf den Weg: "Bewahrt euch euren Humor, geht verschwenderisch damit um". Und er richtete sie mit dem Versprechen auf, dass es auch 2013 wieder Fasching bei den Hühnerläusen geben werde.




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