Magische Momente mit leuchtenden Ringen

Jongleur Yoolio zu Gast beim Akkordeon Spielring Cleversulzbach

Von Alexandra Berk

Magische Momente mit leuchtenden Ringen
Wirbelnde Keulen: Jongleur Yoolio zeigt in seiner Show temporeiche Jonglage auf einem hohen Niveau.Foto: privat

Bad Wimpfen - Leuchtende Bälle tanzen durch das Dunkel der Bühne. Ringe beschreiben fantastische Muster in der Luft. Wie schwerelos fliegen Keulen in den Bühnenhimmel: Magische Momente in Cleversulzbach, gestaltet von Jongleur Yoolio. Der Akkordeon Spielring hatte zur Winterfeier eingeladen und als Stargast den Jongleur engagiert. "Eigentlich hätten wir uns das gar nicht leisten können", wie die Vorsitzende Annegret Plenefisch beteuert. Doch wenn ein gefeierter Künstler den Auftritt mit einem Besuch in der alten Heimat verbinden kann und seine Familie, Eltern und Bruder, mitbringen darf, ja dann verzaubert er auch schon mal die Cleversulzbacher Kelter-Halle.

Publikum "Ich bin ja nicht der größte Ringe-Jongleur", meint der Mann, der sieben Ringe gleichzeitig in der Luft hält und dabei noch locker mit dem Publikum witzelt. Eine Fähigkeit, die ihm den Spitznamen "Herr der Ringe" eintrug. "Aber sie sind schon mein Lieblingsgerät", grinst er. Wochenlang tüftelte er an seinen Leuchtringen, bis die Beleuchtung funktionierte und Flugverhalten und Balance stimmten. Jetzt sind die Eigenkreationen Highlight jeder Show. Einer Show, in der Yoolio neben Jonglage auf höchstem Niveau auch Balanceakte zeigt, mit Comedy-Elementen spielt, Zaubertricks einstreut und das Publikum mit jungenhaftem Charme unterhält.

Yoolio, der unter seinem bürgerlichen Namen Alwin Schindler einige Jahre das Hohenstaufen-Gymnasium in Bad Wimpfen besuchte, brach die Schule zum Entsetzen der Eltern nach der elften Klasse ab und schrieb sich an der Staatlichen Schule für Ballett und Artistik in Berlin ein. "Ich wusste schon mit sieben Jahren, dass ich Jongleur werden will", erzählt er. Einen Lehrer hatte der Knirps nicht, und so ließ er alles, was er finden konnte durch die Luft wirbeln. Kartoffeln, Äpfel, Bälle, Haushaltsgeräte. "An Künstlern gab es in unserer Familie mal einen Organisten, und ein Großvater war Holzschnitzer", erinnert sich Alwins Vater. "Zuerst war es ja nur ein Zeitvertreib", ergänzt seine Mutter.

Ehrgeiz Mit Talent aber auch viel Ehrgeiz und Fleiß wurde aus Alwin der bekannte Jongleur Yoolio. "Zeitweise habe ich bis zu zehn Stunden täglich trainiert", erklärt er. "Es hat schon was Gutes, wenn man autodidaktisch gelernt hat. Man hat dann den unbedingten Willen, es zu schaffen." Inzwischen tritt er auf den Varieté-Bühnen in Hamburg und Amsterdam auf. Im ZDF jonglierte er für die "Aktion Mensch".

Auch auf Kreuzfahrtschiffen ist er unterwegs und gestaltet dort abendfüllende Shows. Und einen Traum hat er auch. "Eine eigene Show, vielleicht auch mit Gästen, und damit durch die Welt touren. Denn das tollste an meinem Beruf ist doch eigentlich, ganz nah am Publikum und im Kontakt mit den Menschen zu sein."