Glückshormone im Muskateller

200 Gäste bei der Großen Weinprobe in der Ballei

Von Christian Gleichauf

Glückshormone im Muskateller
Die ehemalige Deutsche Weinkönigin Evelyn Schmidt (dritte von rechts) und die Jazzband der Neckarsulmer Musikschule sorgten für die Unterhaltung der rund 200 Gäste in der Ballei.Foto: Christian Gleichauf

Neckarsulm - Nach Hause "gehüpft" sind die Gäste der 9. Großen Weinprobe am späten Mittwochabend wohl eher nicht, auch wenn Moderatorin Evelyn Schmidt dies voraussagte. Aber dass angesichts der guten Weine, die in der Ballei zur Verkostung anstanden, mancher zumindest die "Glückshormone" spürte, von denen die ehemalige Deutsche Weinkönigin sprach, ist wahrscheinlich.

Schwäbische Austrinker Die meisten folgten allerdings nicht den Vorstellungen von Oberbürgermeister Joachim Scholz, der als guter Schwabe nichts verkommen lassen wollte und dafür plädierte, die Gläser auszutrinken. Schließlich standen 14 Weine und zwei Gläser Sekt zur Verkostung an. Vom Riesling Spätlese über Muskateller, Samtrot rosé, dem Klassiker Lemberger/Trollinger bis hin zu den in Holzfass und Barrique gereiften dunkelroten Höhepunkten des Abends: den Neuzüchtungen Regent und Cabernet Dorsa.

Im üblichen Zweijahres-Rhythmus hatten sich die fünf Neckarsulmer Weingüter M+U Bauer, Stefan Benz, Hermann Berthold, Bernhard Holzapfel und Klaus Halter (Ökoweingut) wieder zusammengetan, um mit einer abwechslungsreichen Palette ihrer Arbeit für die edlen Tropfen zu werben und zugleich für einen guten Zweck zu sammeln.

Rund 200 prominente und weniger prominente Neckarsulmer waren der Einladung der Stadt gefolgt. "Damit sind wir sehr zufrieden. Schließlich musste zuletzt die Weingala in Bad Rappenau abgesagt werden, weil es zu wenig Interesse an Karten gab", sagte Hermann Berthold. In den besten Zeiten seien in Neckarsulm rund 300 Gäste zur Großen Weinprobe gekommen und damit nicht wesentlich mehr als in diesem Jahr, gibt der Wengerter zu bedenken.

Neckars-Ulm? Für gute Unterhaltung sorgte zum einen die Jazz-Band der Neckarsulmer Musikschule, zum anderen die eloquente Evelyn Schmidt, die mit Studien aus aller Welt zum Thema Wein aufwartete. Das Grußwort der Württemberger Weinkönigin Juliane Nägele wurde allerdings zum amüsanten Höhepunkt, als sie die Veranstaltung zweimal in ein gewisses Neckars-Ulm verlegte. Danach allerdings saß die richtige Aussprache der Stadt zwischen Neckar und Sulm.

Rund 1500 Euro dürften zusammengekommen sein, schätzt Hauptamtsleiter Andreas Eschbach, der den Abend zum ersten Mal von Seiten der Stadt organisiert hatte. Je zur Hälfte bekommen das Geld der Förderverein St. Vinzenz und der Tafelladen Neckarsulm.