Fließen mit Friedenszeichen und Herzchen

Von unserer Mitarbeiterin Ute Plückthun

Fließen mit Friedenszeichen und Herzchen
Künstlerin Gabriele Hildebrand mit Schülerinnen vor der selbst gestalteten Fliesenwand im Bad Wimpfener Hohenstaufen-Gymnasium.Foto: Ute Plückthun 

Sie Sind - Sie sind zwar schon seit einem halben Jahr fertiggestellt, doch erst jetzt wurden die Fliesenwände im Bad Wimpfener Hohenstaufen-Gymnasium in kleinem Rahmen feierlich eingeweiht. Unter Anleitung der Beilsteiner Künstlerin Gabriele Hildebrand waren sie von 21 Schülern bei der von der Kulturregion Heilbronner Land initiierten Aktion "Künstler gehen in die Schule" gestaltet worden.

Engagement "Das ist umso schöner in einer Zeit, in der Theater und Museen geschlossen werden", lobte Rektor Walter Wejwar das Engagement der damaligen Neuntklässler, die sich sowohl eine große Wand als auch eine kleinere gegenüber beim Treppenaufgang zur Aula im Wahlpflichtfach vorgenommen und die Arbeiten das ganze Schuljahr über ausgeführt hatten. "Das HSG ist ohnehin ein Gesamtkunstwerk", versicherte Wejwar. "Die Fliesenwände im Dialog sind eine tolle Ergänzung im Innenbereich".

Fliesenplatten am Stück, verziert mit bunten Linien, Rastern und Schneckenkreisen, erstellt in mehreren verschiedenen Techniken mit Luftposterfolie und Klebestreifen erstellt und ergänzt um Herzchen, Notenschlüssel oder Peacezeichen zieren die Wände. Umgeben sind sie von Bruchstücken, die den Übergang zum grauen Mauerwerk fließend gestalten.

Kunstlehrer Jan Noack hob die "Schule als Ort von gelebter Kunst und Kultur" hervor. Wichtig sei es, den Schülern einen "polyperspektivischen Blick" zu ermöglichen und sie "Kunst als aktiven Prozess erleben" zu lassen. Kunst sei dazu da, den Menschen die Augen zu öffnen. Bedeutsam sei auch die Erkenntnis, dass Werke von der Skizze bis zum fertigen Objekt erarbeitet werden müssten und mit Spontaneität oft nichts zu tun hätten. Mit der Kommunikation von Farbe und Form sei es den Schülern gelungen, ihr eigenes Umfeld individuell zu gestalten.

Festgelegt Die Schülerinnen Atessa Weidemann und Lena Domurath, beide inzwischen in der 10d, erklärten die Arbeiten am Wandfries. Gemeinsam mit der Künstlerin, die ein ähnliches Thema auch mit Fünft- bis Siebtklässlern an der Nordheimer Kurt-von-Marval-Schule erarbeitet hatte, wurden Kommunikation, Freundschaft und Liebe festgelegt.

Skizzen in Bleistift und Wasserfarbe wurden auf die gespendeten weißen Fliesen übertragen. Dabei mussten auch Probleme überwunden werden wie Metalloxidfarben, die nicht haften wollten. "Das ist wie Malen auf Glatteis", bestätigte Hildebrand. Im Keramikbrennofen wurden die Fliesen bis zu acht Mal gebrannt. Auf das Gesamtkunstwerk sind jetzt "alle ziemlich stolz".




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