Eine Reise auf dem Neckar wert

Von unserer Mitarbeiterin Ute Plückthun

Eine Reise auf dem Neckar wert
Die wassersportfreundlichste Schleuse 2011 ist in Gundelsheim: Darüber freuen sich (v. li.) Jörg Huber, Heike Schokatz, Peter Kreß und Peter Haag.Foto: Ute Plückthun 

Gundelsheim - Während die Schleusen in Heidelberg, Freudenberg und Rockenau derzeit unpassierbar sind, kann sich Gundelsheim freuen: Nicht nur, weil trotz kritischer Eislage das Wasser in der zweikammrigen Anlage munter weiterfließt. Sondern auch, weil sie den Titel "Wassersportfreundlichste Schleuse 2011" von ganz Deutschland für sich verbuchen kann.

Kompetente und partnerschaftliche Behandlung der Wassersportler sowie technisches Fachwissen der fünf Mitarbeiter haben sich ausgezahlt. Rund 5000 Mitglieder des Deutschen Motoryachtverbandes (DMYV) haben abgestimmt, mehr als die Hälfte ist sich einig: Die Gundelsheimer Schleuse ist eine Reise wert. Gefolgt von Anderten (Mittellandkanal) und Würzburg (Main) auf dem zweiten Platz sowie von Brandenburg (Havel) und Upschört (Ems-Jade-Kanal) auf Rang drei steht die Neckaranlage der Deutschordensstadt bundesweit allein an der Spitze.

Doppelte Freude Peter Kreß, Betriebsstellenleiter der Schleuse Gundelsheim, durfte sich gleich doppelt freuen: Während der offiziellen Preisverleihung während der "Boot 2012" Ende Januar in Düsseldorf durch den DMYV-Präsidenten Winfried Röcker und jetzt bei der Feier im Schleusenhaus: "Wir sehen die Auszeichnung als Bestätigung und künftigen Ansporn."

Hocherfreut über die "herausragende Leistung" war auch Jörg Huber, Amtsleiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes (WSA) Heidelberg, der sich bei seinen Mitarbeitern für ihr Engagement vor Ort bedankte: "Die Auszeichnung zeigt die Wertschätzung des Neckars als Wassersportrevier." Die an den zwölf Schleusen im Bereich des WSA Heidelberg gezählten 13 000 Sportbootschleusungen und die Begeisterung für den Neckar konnte Peter Haag, Vizepräsident des Baden-Württembergischen Landesverbands, gut nachvollziehen.

"Vor drei Jahren habe ich den Neckar zum ersten Mal komplett abgefahren", erzählte er. Mit durchweg positiven Erfahrungen in Gundelsheim: "Keine Hektik und über Funk klare Zeitangaben." Außerdem bestehe die Möglichkeit, im Oberwasser fest anzulegen. "Das erhöht die Sicherheit und der Urlaub bleibt ein solcher", schlussfolgerte er.

Bedeutung Auch Bürgermeisterin Heike Schokatz gratulierte zu dem Preis. Immerhin habe der Neckar für Gundelsheim eine wichtige touristische Bedeutung, so mit Aktivitäten im Oberwasser bei "Flussgelaunt" oder beim Kinderferienprogramm: "Bei Kanu und Bike" bin ich selber schon durchgeschleust worden." Rund 1000 Motorsportboote, 7500 Schiffe und etliche Kanus passieren jährlich die Gundelsheimer Schleuse, die 1935 eingeweiht und Mitte der 50er Jahre mit einer zweiten Kammer ausgestattet wurde. Dazu an die 500, mit einer Schleppe transportierte Runderboote.

Die Rathauschefin kündigte eine weitere Erhöhung des Komforts am Neckar an: Mit der für Ende 2014 anvisierten Schleusenerweiterung, bei der eine Kammer verlängert und die andere ertüchtigt werden soll, werde es Überlegungen geben, eine Schiffsanlegestelle im Unterwasser bei der Mühle zu schaffen.




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