41 neue Wohnungen in Böckingen

Heilbronn-Böckingen  Das Bauprojekt der Stadtsiedlung an der Stockheimer Straße kostet rund 9,2 Millionen Euro. Lob für das Neubauprojekt gibt es aus dem Stadtrat, Anwohner üben Kritik.

Von Helmut Buchholz

41 neue Wohnungen in Böckingen
Dieses Eckhaus kann erst abgerissen werden, wenn eine Gasdruckleitung anders verlegt wurde. Der Neubau soll eine "runde" Fassade bekommen.Fotos: Buchholz

Der Gemeinderat hat grünes Licht für ein dringend benötigtes Bauprojekt der Stadtsiedlung Heilbronn GmbH gegeben. Das kommunale Immobilienunternehmen plant, auf einem 0,3 Hektar großen Areal an der Stockheimer Straße in Böckingen 41 neue Wohnungen zu bauen. Die Stadtverwaltung wird nun einen Bebauungsplan aufstellen.

Das Projekt wird insgesamt rund 9,2 Millionen Euro kosten. Die Wohnungen sollen alle im Bestand der Stadtsiedlung bleiben. 30 bis 40 Prozent der 41 Wohnungen werden geförderte Wohnungen mit Miet- und Belegungsbindung sein. Die Investition ist Teil des "Aktionsprogramms Wohnen" der Stadtverwaltung. Ehrgeiziges Ziel ist es, bis zum Jahr 2020 rund 800 zusätzliche Wohnungen in Heilbronn zu bauen. Die Stabsstelle Strategie hat für den Zeitraum zwischen 2016 und 2020 einen Bedarf von 3140 bis 3780 Wohneinheiten prognostiziert.

Tiefgarage

Die Häuser, die bisher auf dem Terrain standen, wurden in den 1930er Jahren gebaut. Ihr Sanierungsaufwand war im Vergleich zur Neubebauung zu groß. Die Stadtsiedlung hat vor, sieben zwei- bis dreigeschossige Mehrfamilienhäuser mit begrünten Innenhof − inklusive Spielplatz − zu erstellen. In den bisherigen Häuser gab es 30 Wohnungen. Sie sind bis auf zwei bereits abgerissen. In den sieben neuen Gebäuden entstehen 41 Wohnungen. Die Wohnfläche erhöht sich so von bisher etwa 1250 auf rund 2950 Quadratmeter. Auf dem Areal wird eine Tiefgarage gebaut, deren Zu- und Ausfahrt über die Brucknerstraße erfolgt. In der Tiefgarage sind 30 Stellplätze untergebracht. Dazu kommen noch mal 13 ebenerdige Parkplätze im Außenbereich.

Die Stadtsiedlung will die Gebäude erst nach und nach bauen. Der Grund: In einem der Eckgebäude sind Asylbewerber untergebracht. Der Mietvertrag für das Flüchtlingsheim läuft noch acht Jahre, erklärt Stefan Walz, Bereichsleiter bei der Stadtsiedlung. Ein weiteres Gebäude ist noch nicht abgerissen, weil unter ihm eine Gasdruckleitung verläuft, die noch verlegt werden muss. Laut Stefan Walz ist in einem ersten Bauabschnitt geplant, nördlich des Flüchtlingsheims und westlich davon die ersten Häuser hochzuziehen. Der Baustart ist auf Frühjahr 2018 terminiert.

Einwände

Kritik gab es von Anwohnern an der Platzierung der Tiefgaragen-Ein- und Ausfahrt in der Brucknerstraße. Sie befürchten unter anderem zusätzlichen Lärm. Doch Stefan Walz von der Stadtsiedlung erklärt wie schon vor ihm Prokurist Joachim Beuchert im Bezirksbeirat, dass topografisch nur dieser Standort in Frage kommt. Die Anwohner haben nun im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens die Möglichkeit, ihre Einwände einzubringen.

Die Stadträte lobten im Gemeinderat das Neubauprojekt. "Wir brauchen den Wohnraum", sagte Karl-Heinz Kübler (CDU). Herbert Tabler (SPD) unterstrich, dass die Wohnungen "Teil des Aktionsprogramms" der Stadt sind. Für Alfred Dagenbach (Pro) bringt das Projekt "eine Aufwertung der Wohngegend". Böckingen sei Schlusslicht aller Stadtteile bei der Ausweisung von Baugebieten. Birgit Brenner (Bunte Liste) meinte, dass bestimmte Wohnungen keinen Stellplatz hätten. Man könnte diese Wohnungen an Leute vergeben, die kein Auto haben. Gottfried Friz (FDP) war froh: "Das ist ein guter Tag für Böckingen." Alexander Habermeier (Grüne) sagte: "Wir freuen uns darauf."

41 neue Wohnungen in Böckingen
Dieses Gebäude dient als Flüchtlingsheim. Der Mietvertrag für die Asylunterkunft läuft noch acht Jahre. Die Neubauten werden links und rechts des Heims hochgezogen.Fotos: Helmut Buchholz
41 neue Wohnungen in Böckingen