Zielstrebig zum eigenen Stil

Alexander Link aus Hausen ist landesbester Weinküfer-Azubi

Zielstrebig zum eigenen Stil

„Wenn man von etwas überzeugt ist, muss man es ausprobieren.“

Alexander Link

Brackenheim - Schwabe in Baden Nach zwei Jahren Ausbildung im Staatsweingut Weinsberg zog es ihn nach Baden. „Denn im Weinbau gibt es regional Riesen-Unterschiede“, sagt der 19-Jährige. In der Zeller Abtsberg Winzergenossenschaft, einer „Mini-WG“ mit rund 80 Hektar Rebfläche bei Offenburg, ging es ganz anders zu als in einem Großbetrieb. „Von der Traubenannahme bis man den Wein zum Kunden ins Haus trägt, ist man als Azubi für alles zuständig“, erzählt Alexander Link. „Das fand ich spitze.“

Von Kindesbeinen an stand er mit seinen Eltern im Weinberg. „Aber mir hat es im Keller immer besser gefallen, deshalb bin ich Weinküfer geworden und kein Winzer“, sagt Link. „Wie aus einer süßen Traube ein Produkt mit einem bestimmten Süße-Säure-Gerbstoffverhältnis wird, das fasziniert mich jeden Herbst aufs Neue.“

Schon im ersten Jahr seiner Ausbildung hat er seinen eigenen Wein ausgebaut. Bewusst geht er dabei anders ran als sein Vater Lothar Wolf und hat auch schon seine eigene „Garagen-Vinery“ auf dem elterlichen Privatweingut im Brackenheimer Stadtteil eingerichtet. „Wenn man von etwas überzeugt ist, muss man es ausprobieren. Da gibt es nicht viele in meinem Alter, die das machen“, meint der junge Mann. „Mein eigener Kopf, mein eigener Wille. Das ist mein Ding.“ Vor allem die trockenen, gerbstoffreichen Rotweine haben es ihm angetan. Gerade erprobt er sich an einem Lemberger Barrique.

Identifikation Die Lagen, die er bewirtschafte, seien ideal, um gute Produkte zu erzeugen: Steilhänge am Cleebronner Michaelsberg und ein Terrassenweinberg in Hausen. „Das ist das beste Fitnessstudio“, sagt Alexander Link augenzwinkernd. Der Wein ist ihm nicht nur Beruf, sondern auch Hobby. „Wenn man sich mit dem Produkt identifiziert, bekommt man jeden Tag Lust, noch mehr zu machen.“

Das hat ihm auch in der Prüfung geholfen, glaubt der Küfer. „In meinem eigenen Weingut bin ich immer wieder auf Probleme gestoßen, die andere noch gar nicht kannten.“ Die hohen Erwartungen hat er nicht enttäuscht: Vor Jahrzehnten war sein Vater Landessieger, auch sein Vorgänger in der Zeller Abtsberg Genossenschaft schloss als Bester ab.

Jetzt macht Alexander Link, der die Grundschule Hausen und die Realschule Lauffen besucht hat, in Heilbronn seine Fachhochschulreife nach und steht natürlich jede freie Minute im Keller oder im Weinberg. „Im Januar stellt man die Weichen mit dem Rebschnitt und steuert das ganze Jahr auf das Ergebnis zu“, sagt der Zabergäuer. Der Reiz, welchen Teil das Wetter dazu beiträgt, macht den Beruf für ihn noch ein Stückchen interessanter.

Um weiterzukommen, plant Link über kurz oder lang einen Auslandsaufenthalt, am liebsten in Südafrika oder Neuseeland. „Dort kann ich auch mein Englisch verbessern.“