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Rote Wangen beim Spiel im Freien
Nordheim - Die Kinder kennen es nicht anders: Ob es stürmt oder schneit, regnet oder heiß ist, die Wurzelzwerge haben ihr Domizil im Freien am Nordhausener Hardtwald und halten sich den ganzen Vormittag an der frischen Luft auf.
Streifzüge "Wir unternehmen zwar immer unsere Streifzüge oder spielen in dem nahen Waldstück, aber bei diesen niedrigen Temperaturen müssen wir uns noch mehr bewegen", berichtet die Leiterin Alexandra Bender. "Wir sind praktisch den ganzen Morgen unterwegs."
So ging es nach dem Morgenkreis erst einmal quer über den Sportplatz: Bewegungsspiele sind angesagt, bei denen die Wurzelzwerge tüchtig rennen müssen, um sich so richtig aufzuwärmen. "Die Kinder merken sehr schnell, wenn es ihnen kühl wird, und bewegen sich automatisch mehr", hat Bender beobachtet.
Weiter geht es über den holprigen, hartgefrorenen Acker: Hier muss geklettert werden, als gelte es, einen Hindernis-Parcours zu bewältigen. Schon erklärt die fünfjährige Maja: "Puh, jetzt ist mir ganz schön warm geworden." Nur im Gesicht ist es kalt, deshalb wissen die Kinder auch, wieso man vom "beißenden" Wind spricht. "Bewegung und Kleidung sind das Wichtigste", weiß Alexandra Bender. Wie die Kindergartenkinder sind auch die Erzieherinnen dick eingepackt: "Zwiebel-Look hält am besten warm", so die Leiterin.
Am empfindlichsten seien die Zehen. Erzieherin Ellen Bolkart-Müller gibt lachend den Tipp: "Meine Stiefel sind zwei Nummern zu groß. So kann ich mehrere Strümpfe übereinander anziehen." Zur Ausstattung der Kinder gehören auch dicke Fäustlinge und Sturmhauben: Nur die kleinen rotwangigen Gesichter schauen noch aus der Vermummung.
Neben der Bewegung an der frischen Luft und dem Erleben der Natur sehen Erzieherinnen und Eltern einen weiteren Vorteil: Die Kinder würden nur selten krank. "Anders als in geheizten, manchmal stickigen Räumen vermehren sich die Viren im Freien nicht", so die ehrenamtliche Vorsitzende des Wurzelzwerge-Trägervereins, Irina von Olnhausen. Von ihrem vierjährigen Sohn Liam weiß sie, dass die Kinder nach solchen Vormittagen zudem "richtig ausgepowert" seien.
Skulpturen Auch wenn das sonst so spannende Spiel mit den Naturmaterialien bei diesem Wetter eingeschränkt ist, erleben die Kinder die Natur trotzdem intensiv: "Wir kennen den Bach mit seinem fließenden Wasser. Jetzt spüren die Kinder das hartgefrorene Eis und lernen so die verschiedenen Aggregatzustände kennen", erklärt Alexandra Bender.
Zu diesem Thema haben die Wurzelzwerge an ihrem Stammplatz am Hardtwald auch einen Garten mit Eisskulpturen angelegt: Die Reste vom Wasser zum Händewaschen wurden mit roter und blauer Wasserfarbe gefärbt und eingefroren. Interessante Muster und Farbverläufe sind nun zu sehen. Und dorthin geht es jetzt erst einmal auch wieder zurück: Das stärkende Vesper mit heißem Tee gibt es nämlich im geheizten Zirkuswagen.
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