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Rasante Fahrt auf der Ersatzbahn
Von unserem Redaktions- mitglied Kathrin Frank
Lauffen - Die Hausaufgaben hat Anouk Probst ausnahmsweise einmal nicht gleich nach der Schule erledigt. Stattdessen hat sich der 13-Jährige dicke Strümpfe und einen warmen Pullover angezogen und sich mit seinem Bruder Thierry auf den Weg zur Lauffener Eisbahn am Kiesplatz gemacht. Die Freiwillige Feuerwehr und Bauhofmitarbeiter haben dort, wie berichtet, einen Holzrahmen gebaut, mit Wasser aus der Zaber geflutet und so eine künstliche Eisfläche angelegt.
Löcher "Super, dass es das gibt", findet Anouk. Auch Temperaturen von minus acht Grad an diesem Nachmittag und ein eisiger Wind können ihn nicht vom Schlittschuhfahren abhalten. Gut gefällt ihm, "dass man so schnell wird und viele Freunde trifft". Ungetrübt ist das Vergnügen aber nicht − zumindest nicht auf der ursprünglich angelegten Bahn.
"Es gibt ziemlich viele Rillen. Und es liegen Eisbrocken drauf", sagt Anouk. Das hat auch Eren schon zu spüren bekommen. "Die Fläche hat viele Löcher. Da bin ich schon ein paar Mal hingefallen", sagt der Zehnjährige.
Eisbrocken Schuld an der zerstörten Bahn ist ein rücksichtsloser Autofahrer, wie Heiner Schiefer, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Lauffen, vermutet: "Jemand ist wahrscheinlich am Freitagabend über die Bahn gefahren, als sie noch nicht ganz durchgefroren war." Die Spuren sind deutlich sichtbar: Wo eigentlich eine blitzblanke, 15 Zentimeter starke Fläche in der Sonne glitzern sollte, liegen jetzt dicke Eisbrocken herum. An anderen Stellen klaffen Löcher in der Eisdecke. "Es ist schade, dass das mutwillig zerstört wurde", sagt Schiefer.
Damit das Eislaufvergnügen für die Lauffener trotzdem nicht ausfällt, hat die Feuerwehr die komplette Skateanlage auch außerhalb des Holzrahmens mit Wasser aus der Zaber geflutet. "Die Fläche fällt aber zum Fluss hin ab, deshalb war das an manchen Stellen auch nicht ganz so einfach", sagt Schiefer. Dennoch können dort nun einige dick vermummte Kinder und Jugendliche ihre Runden drehen. Die ursprüngliche Eisfläche ist dagegen unbefahrbar. Niemand wagt sich mit Schlittschuhen auf diese Buckelpiste.
Übung Auch Helena Buck will Stürze lieber vermeiden und hält sich an die Ersatzbahn. Dort hat sich die Neunjährige eine besonders rasante Laufstrecke ausgesucht. Sie ist auf einen vereisten Betonblock der Skatebahn gekraxelt und nutzt den Schwung der kurzen Abfahrt.
Ihr Bruder Sebastian ist nicht ganz so mutig und verlangt vorsichtshalber nach der Hand des Papas. "Ich habe eben schon viel Übung", sagt Helena. Deshalb macht es ihr nichts aus, dass auch die Ersatz-Eisfläche nicht ganz glatt ist und an manchen Stellen dicke Blasen wirft: "Ich sehe die Hubbel und kann mich drauf einstellen."
Entstanden sind die Unebenheiten vermutlich, weil ein kräftiger Wind geblasen hat und das Wasser dadurch beim Gefrieren kleine Wellen schlug, glaubt Feuerwehrkommandant Schiefer. Helena ist das egal. "Ich finde es gut hier", sagt sie. Denn: "Hier weiß ich, dass ich nicht einbrechen kann."
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