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Freiheit und Verantwortung gehören zusammen
Von unserer Mitarbeiterin Elke Khattab
"Kinder sind neugierig, sind Forscher. Sie wollen immer das Land jenseits der Grenzen kennen lernen."
J.-U. Rogge
Nordheim - Wie können Sie nur denken, Kinder würden Grenzen einhalten?" Mit einem süffisanten Lächeln stellt Dr. Jan-Uwe dem Nordheimer Publikum diese Frage. "Kinder sind neugierig, sind Forscher. Sie wollen immer das Land jenseits der Grenzen kennen lernen. Das macht das Zusammenleben nicht ganz einfach". Aber dennoch einfacher als die Eltern denken, erklärt Rogge und präsentiert auf kabarettistische Weise zahlreiche Beispiele, mit denen er den rund 300 Zuhörern in der Festhalle einen amüsanten Spiegel vorhält.
Konsequenzen "Wenn du nicht..., dann...! Über Grenzen und Konsequenzen in der Erziehung", lautet das Motto seines Vortrags, zu dem der Gesamtelternbeirat der Kindergärten Nordheim gemeinsam mit der Gemeinde eingeladen hatte.
Sie reden zu viel, die modernen Eltern. Sie versuchen es "im Guten". Und das führe unweigerlich zum Drama in vier Akten, klärt Rogge auf. Erster Akt: Der Bitte-Akt. Er führt zu nichts: "Lassen Sie das "Bitte" weg, wenn Sie etwas wollen", so der Autor und Familien- und Kommunikationsberater.
Zweiter Akt: "Muss ich das noch zweimal sagen?" Das Kind weiß: "Du wirst es noch öfter sagen". Dritter Akt: "Oder muss ich laut werden?" Wird eh’ nicht passieren, man denkt an die Nachbarn. Und schließlich das "Aus der Haut fahren". Auch hier ist sich das Kind sicher: "In fünf Minuten kommt die Alte und entschuldigt sich tausendmal." Bleibe die oft gestellte Frage, was man anders machen solle. "Nichts. Genauso bleiben", rät Rogge. "Die Kinder lieben euch so, wie ihr seid. Sie können sich nicht vorstellen, dass Eltern pädagogisch wertvoll sind."
Grenzen Kinder nehmen sich die Freiheit, Grenzen zu überschreiten und diese Freiheit sollte man ihnen auch geben, so Rogge. "Aber sie müssen auch Verantwortung für ihr Tun übernehmen. Denn Kinder lernen nur aus den Folgen ihres Tuns. Kinder zu erziehen, hieße, sie "im Hier und Jetzt" zu begleiten: So bedeute das rigorose "Nein" im Trotzalter nicht etwa Widerspruch und erfordere auch nicht sofort eine Konsequenz. Vielmehr sei es der Hinweis: "Ich bin älter geworden, will mitbestimmen".
In der Pubertät bedürfe es klarer Absprachen. Werden diese nicht eingehalten, sollen Eltern "nicht immer beleidigt reagieren. Seid kreativ, ruft die Anarchie in euch wach", rät der Bestsellerautor und erheitert seine Zuhörer mit anschaulichen Beispielen.
Fazit Das Fazit des Erziehungsexperten: Grenzen zu setzen, setzt eine Erziehungshaltung voraus. Konsequenzen einzufordern, setzt ebenfalls eine Erziehungshaltung voraus. Diese Erziehungshaltung besteht aus der Dankbarkeit darüber, das Kind zu haben und aus der Demut, es immer genauso anzunehmen, wie es ist.
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