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Castor überlagert die ganze Bürgermeisterwahl
Gefragt Interviewanfragen von Zeitungen, Beiträge mit Radiostationen, ein Kamerateam der ARD im Rathaus am Donnerstag: "Ich bin mal gespannt, wie der Grünen-Minister seine eigenen Leute unter Kontrolle halten will. Ein Castor von Obrigheim nach Neckarwestheim ist nicht besser als einer nach Gorleben", sagt er der Heilbronner Stimme mit Blick auf die Demos. Kein Schultes im Ländle steht so oft vor einer Kamera wie Dürr. Es sei denn, er hat sich etwas zuschulden kommen lassen. Das ist bei ihm freilich nicht der Fall.
Zufrieden Die Bürger anerkennen die Leistungen des Gemeindechefs. "Sie sind im Großen und Ganzen zufrieden", stellt Bäckereifachverkäuferin Carolin Wormser (21) im Laden am Rathausplatz fest. Mit einer hohen Wahlbeteiligung rechnet sie dennoch nicht: "Viele sagen, das Ergebnis ist bei einem einzigen Kandidaten schon im Voraus klar."
Briefwahl Werner Flaig hingegen glaubt an eine gute Wahlbeteiligung: "Bis zu 36 Prozent." Das liest er an den Briefwahlanträgen ab, die bei ihm eingegangen sind. Fast 250 sind es bis Freitag gewesen. "Die 40 Prozent werden wir aber wohl nicht erreichen", schätzt der Verwaltungsmann aus Beilstein-Billensbach mit Blick auf die Kälte.
Wahllokal Ins Schwitzen kommt sein Kollege Wolfgang Schön. Der Hausmeister richtet die Wahllokale für die beiden Wahlbezirke im Rathaus her, schleppt die Urnen ins Erdgeschoss und den ersten Stock.
Umtrieb Derweil herrscht im Erdgeschoss, in der Medienwelt, Hochbetrieb. Lehrerin Angelika Höllmann ist mit ihrer Rasselbande, der zweiten Grundschulklasse, in die topmoderne Bücherei gekommen. Hier haben Regina Gobert und Eva Lürkens das Sagen. Sie loben die "zukunftsorientierte Denkweise" von Verwaltung und Gemeinderat, die die Vorzeigeeinrichtung überhaupt erst möglich gemacht hätten.
Wohlfühl-Gemeinde "Ja, uns geht’s hier in Neckarwestheim schon gut", betont Sonja Hartmann, Chefin der gleichnamigen Bäckerei an der Hauptstraße, die Infrastruktur. Auch wenn die Kommune sehr reich sei, "sollte sie das Geld aber zusammenhalten und nicht in vollen Zügen ausgeben", blickt ihre Schwägerin Susanne Esslinger auf die zwar tolle, aber immerhin 14,4 Millionen Euro teure Halle. Oder auf den Platz vor der Gregoriuskirche: 1,5 Millionen kostet der Umbau. "Die erst fünf Jahre alte Kirchentreppe hätte man nicht herausreißen müssen", meint die Kirchengemeinderätin. Klar: Drei Millionen Euro hat die Kommune künftig an Einnahmen aus der Gewerbesteuer − auch ohne GKN. "Aber können wir uns damit den Unterhalt für alles leisten?", fragt sich Sonja Hartmann. Und ist froh, dass die Kommune noch 30 Millionen Euro in der Rücklage hat.
Lärm Jutta Brosi ist rundum zufrieden. Sie sieht aber noch Verbesserungsbedarf bei der Jugend. Das neue Jugendhaus nutzten die 18- und 19-Jährigen. An der Zielgruppe der 15- bis 17-Jährigen gehe das Angebot vorbei. Der Lärm vom Umspannwerk der Deutschen Bahn am GKN sei ein großes Problem. Brosi ist froh, dass Mario Dürr die Bürgerinitiative unterstützt, die gerade beginnt, Unterschriften zu sammeln.
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