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Auch der Tod gehört zum Leben
Von unserer Mitarbeiterin Birgit Riecker
Brackenheim - Mit Kindern über den Tod von Kindern sprechen, ist das sinnvoll? Ja, denn es kann jeden treffen. Ganz sanft und sehr kindgerecht hat dies Ute Kohler, Koordinatorin des ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes im Stadt- und Landkreis Heilbronn, gestern gemacht. Sie las vor 31 Dritt- und Viertklässlern der Stockheimer Grundschule aus Bettina Wegenasts Buch "Hannah und ich".
"Das ist ein trauriges Buch", warnte Büchereileiterin Anke Finkbeiner die Mädchen und Jungen, die von Religionslehrerin Anja Schadow und Schulleiterin Christa Röther begleitet wurden. Doch es war ein sehr realistisches Buch, in dem die Erzählerin von ihrer besten Freundin Hannah, gemeinsamen Unternehmungen und Streitigkeiten erzählte.
Kreuz Sie berichtete auch, dass sie gemeinsam Beerdigungen durchführten: Wellensittiche, eine Katze und eine Ratte wurden stilvoll bestattet. Doch eines Tages war Hannah tot. Ein Lastwagen hatte sie erfasst. "Das ist bei einer Radfahrerin an der Straße am Wald auch passiert", ruft einer der Jungs. "Und dort sieht man noch ein Kreuz", ergänzt seine Klassenkameradin.
Ja, auch Kinder sterben, nicht nur im Krieg oder in Afrika. Und dann? "Dann ist nichts mehr normal", schreibt die Autorin. Die beste Freundin ist nicht mehr da, ihr Umfeld redet nur noch gut von ihr und die Schulkameradin, die sie am wenigsten gemocht hat, weint am lautesten. Die Schulkinder fühlen mit ihr. "Ist das wirklich passiert?" fragt ein Mädchen sehr betroffen. "Nein, das ist eine erfundene Geschichte", beruhigt Ute Kohler. Ein Aufatmen geht durch die Doppelklasse.
Erst nach einiger Zeit kann Hannahs beste Freundin auf den Friedhof gehen, das Grab schmücken, dort die Lieblings-Beerdigungslieder vom "Mops" und "Darling Clementine" singen, wie bei den Tierbeerdigungen Saft und Chips essen. Ist das normal? "Nein, man geht doch nicht mit Chips und Saft auf den Friedhof und verstreut dann die Reste aufs Grab", sagt eine Schülerin. Doch Trauer kennt keine festen Regeln. Erst nachdem Hannahs beste Freundin den gemeinsamen Ritus ausüben konnte, konnte sie auch weinen. "Jeder trauert anders, das ist normal", beruhigt Ute Kohler.
Bilder Sie lädt die Kinder ein, zu fragen und zu malen. Gemeinsam wird die Geschichte besprochen, danach malen die Kinder Bilder vom Friedhof, vom Grab oder von Geschenken, die Hannahs beste Freundin nachträglich bestattet. Die Bilder werden an Luftballons gebunden und in die Luft gelassen. "Das ist wie bei Hannah: Sie ist fort, aber wir erinnern uns", erklärt Ute Kohler.
Rund um den Tag der Kinderhospizarbeit macht sie auf die Arbeit von 22 ehrenamtlichen Männern und Frauen aufmerksam: Sie begleiten kranke und sterbende Kinder, ihre Geschwister und Familien, helfen notwendige Arbeiten erledigen, hören zu und trösten.
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