Trasse ist frei für die Zabergäubahn

Rodungsaktion auf den Gleisen − Konkrete Schritte zum Wiederbetrieb gefordert

Von unserer Mitarbeiterin Birgit Riecker

Trasse ist frei für die Zabergäubahn
Mit Birken, Efeu und Brombeerranken hatten es die Zabergäubahn-Befürworter bei ihrer Gleisfreilegung zu tun. Fotos: Birgit Riecker

Brackenheim - Warm eingepackt, mit Astscheren, Sägen, Handschuhen und Stiefeln ausgerüstet, stehen rund 50 Zabergäuer am ehemaligen Bahnübergang an der Theodor-Heuss-Straße. "Wir haben ein gemeinsames Ziel", sagt Jürgen Winkler, Grünen-Kreisrat und einer der Organisatoren vom Verein "Zabergäu pro Stadtbahn": "Wir wollen das Gleisbett frei machen. Dann sieht man, dass man die Stadtbahn ins Zabergäu nur noch draufsetzen muss."

Gesagt, getan: In drei Gruppen entfernen die Leute − viele von den Grünen, der SPD, der Linken und dem BUND − Efeu, Brombeeren und auch kleine Bäume. Vom Bahnübergang bis hinter die Brücke beim Krankenhaus.. Das Gestrüpp wird aufgehäuft, die Firma A+S holt es ab und verwertet es. "Die Bahn als Eigentümer hat die Aktion offiziell genehmigt", sagt Winkler.

Staatssekretärin Respekt zollt den Arbeitenden die Staatssekretärin im Verkehrsministerium, Dr. Gisela Splett, die zur Aktion gekommen ist. Die Anwesenden, die inzwischen um eine weitere Gleisfreilegungsgruppe aus Lauffen angewachsen sind, verfolge dieselben Ziele wie die Landesregierung. "Ich kann leider nicht sagen, das Geld für die Zabergäubahn ist da", bedauert Gisela Splett zunächst, erläutert die Abhängigkeit von den Fördermitteln des Bundes. Doch sie verspricht: "Wenn der Landkreis einen Antrag aufgrund des in Auftrag gegebenen Gutachtens stellt, werden wir wohlwollend prüfen, ob wir das Projekt aus dem ÖPNV-Landesprogramm bezuschussen können." Bislang läge aber kein Förderantrag vor. Sie mahnt, angesichts steigender Benzinpreise, dem nahenden Ende der Ölvorräte und dem Klimawandel sei ein Umdenken in der Verkehrspolitik unabdingbar.

Das fordert auch Grünen-Bundestagsabgeordneter Ulrich Schneider: "Sollen wir in den Ruf nach mehr Straßen im Zabergäu einstimmen, um mehr Autos auf diese neuen Straßen zu stellen? Sollen wir uns mit einem Bussystem, das über die Dörfer zuckelt, zufrieden geben? Meine Antwort ist ein klares Nein", sagt er in seiner Ansprache. Er fordert den Kreistag auf, ein "ehrliches" Gutachten erstellen zu lassen und endlich konkrete Schritte für die Zabergäubahn zu unternehmen.

"Verkehrstechnisch ist das Zabergäu auf dem Abstellgleis und im Stau", stellt Jürgen Winkler fest. "Eine Innovationsregion wie das Zabergäu braucht eine funktionierende Verkehrskonzeption", fordert er. Arbeitsplätze, die Erreichbarkeit der Schulen, Ausflugsziele wie die Ehmetsklinge oder die Stadt Heilbronn könnten mit der Stadtbahn "Süd" verbunden werden. Die Verantwortlichen müssten das endlich erkennen und handeln.

Absagen Jürgen Hellgardt vom BUND Lauffen betont, dass der Verkehr aus dem Zabergäu auch deutlich in Lauffen spürbar sei. "Wenn wir zusammenrechnen, was eine Umgehungsstraße für jede Kommune und eine Nordtangente in Lauffen kosten, haben wir auch die Zabergäubahn-Kosten beisammen", sagt er. Gertrud Schreck, die Vorsitzende des Vereins "Zabergäu pro Bahn", ruft dazu auf, für die Bahn zu kämpfen. Die ehemalige Grünen-Kreisrätin Friederike Wilhelm zeigt sich verwundert: "Das Zabergäu braucht die Schiene. Da scheint es ein ganz unpassender Termin heute zu sein, da alle Bürgermeister den Termin mit der Staatssekretärin absagen mussten und auch keine Stellvertreter schicken konnten."

Trasse ist frei für die Zabergäubahn
Staatssekretärin Dr. Gisela Splett vom Verkehrsministerium in Stuttgart versprach, dass wenn ein Antrag für die Bahn komme, er "wohlwollend" geprüft werde.