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Spanische Avantgarde und schwäbische Brezeln
Von unserer Mitarbeiterin Susanne Walter
Massenbachhausen - Als spanische Kunstikone des 20. Jahrhunderts hat Pablo Picasso nichts von seiner Zugkraft verloren. Um auf seinen biografischen und stilistischen Spuren zu wandeln, schloss sich jetzt in Massenbachhausen die katholische Kirchengemeinde mit dem jungen Verein Kunstvereint Leintal zusammen. Gemeinsam luden beide Institutionen für den Freitagvormittag zu einer Kombination zwischen Kunst und gemeinsamem Frühstück in die Geschäftsräume von Thomas Krahmer in die Massenbachhausener Daimlerstraße ein.
Einblicke Als Rednerin kam keine Fremde. Die Kunsthistorikerin Dr. Martina Kitzig-Bretz hatte selbst lange im Leintal gelebt und gab hier schon vor Jahren Einblicke in die Kunstwelt. "Kunstverein und Kirche − beide Kreise widersprechen sich nicht. Gemeinsam erreichen wir viel mehr Menschen, vor allem dann, wenn der Pfarrer nach dem Gottesdienst zum Kunstfrühstück einlädt", strahlte die Kunstvereinsvorsitzende Thea Bayer-Rossi.
Der Geschäftsraum Thomas Krahmers in der Daimlerstraße war schnell voll mit Kunstinteressierten. Bayer-Rossi zeigte mit Humor auf eine bemalte Fliese in der Toilette, die einen Picasso-Kopf zeigt. "Ein lustiger Zufall", freute sie sich zusammen mit ihren Gästen.
Die Idee des Kunstfrühstücks kam gut an: Gerlinde Ferdinand aus Leingarten kam zu ersten Mal zu einem Vortrag in diesem Rahmen und freute sich über die Herzlichkeit, mit der hier "Neue in Empfang genommen werden."
Zwei Picasso-Drucke begleiten sie schon ihr halbes Leben, ließ sie wissen. Mal im Schlafzimmer, mal im Büro und nun bald in der Ferienwohnung hängen sie, und immer noch kann sich die Leingartenerin nicht an Picassos Stil sattsehen. Von der "unglaublichen Flexibilität des spanischen Künstlers" sprach die Referentin. Sie betrachtete sein Leben mit wechselnden Partnerinnen, die beim Maler und Plastiker Picasso meistens einen neuen Stil auslösten. Martina Kitzing-Bretz, die heute in Löwenstein lebt, stieg beim "frühen Genie Picasso ein, dem Jungstudenten mit 15 Jahren in Barcelona, begleitete den Bohèmien und durchquerte seine Schaffensphasen wie blaue und rosa Periode.
Begleitet Ihr Blick fiel auf seine Zeit in orientierungsloser "Herumstreicherei", die sich in seinen Harlekin- und Zirkusdarstellungen zeigt. Und sie begleitete den spanischen Genius bei seinem Aufbruch in den Kubismus, jener Strömung, die ein Bildmotiv in die kantigen Formen eines Kristalls zerlegt.
Seiner Auseinandersetzung mit der indigenen Kunst, den Afrika- und Südsee-Sujets, ähnlich wie Paul Gauguin, widmete sie ein Kapitel, und sie ließ in Lichtbildern sehen, wie später im Werk in den Kollagen realistische Elemente wie Zeitungsausschnitte, Notenseiten oder ein Löffel mit abstrakten Formen kombiniert wurden. "So spannend wie ein Roman" lobte eine Besucherin.
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