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Raum bieten für Begegnungen
Von unserem Redakteur Thomas Dorn
Güglingen - "Wir sind uns fremd, und das wollen wir ändern", sagt Irene Gutbrod. Mit Agnes Durst und Serpil Aydin gehört sie zu den Initiatorinnen des Internationalen Frauentreffs in Güglingen. Einmal im Monat wollen sich deutsche und ausländische Frauen treffen, um miteinander zu reden, zu essen oder etwas zu unternehmen. Und um voneinander zu lernen.
Vor einem Jahr haben die drei Güglingerinnen schon einmal über einen solchen Treff nachgedacht. Sie habe damals "viel rumtelefoniert" unter ihren türkischen Landsleuten, erinnert sich Serpil Aydin, "aber da gab es kein Interesse".
Barriere Unsicherheit nennt sie als einen möglichen Grund. Die Angst, sich zu binden. Und Sprachprobleme. "Die Hemmschwelle ist groß", verweist auch Agnes Durst auf die Sprachbarriere. Die ehemalige Gymnasiallehrerin bietet mit Helga Spahlinger seit knapp zwei Jahren kostenlose Deutschkurse für Frauen mit Migrationshintergrund an.
Im Sommer 2011 brachte die Messerstecherei, an der auch türkische Jugendliche beteiligt waren, Güglingen negative Schlagzeilen. Und es wurde viel über das Thema − geglückte? missglückte? − Integration diskutiert.
Dass "wir alle in einen Topf geworfen wurden", dass Ängste geschürt, Vorurteile bedient wurden, hat damals viele türkische Mitbürger verletzt, weiß Serpil Aydin. Danach hätten sich viele erst recht abgegrenzt. Doch für die drei Initiatorinnen waren die Vorkommnisse Anlass, einen erneuten Anlauf in Richtung Frauentreff zu starten. Diesmal mit mehr Erfolg.
Im November trafen sich etwa 15 Deutsche und Türkinnen erstmals zum Kennenlernen. Am zweiten Abend, als alle Teilnehmerinnen etwas zum internationalen Buffet beisteuerten, waren auch einige Rumäninnen dabei.
"Die Atmosphäre war offen, es wurde viel gelacht", berichtet Irene Gutbrod. Und für den nächsten Treff − Donnerstag, 16. Februar, 19.30 Uhr im Familienzentrum − haben sich auch noch polnische Frauen angesagt. Es soll ein kommunikativer Spieleabend werden, kündigt Gutbrod an. Sie freut sich, wenn viele Nationalitäten dabei sind: "Das macht es bunter."
Vorschläge Am ersten Abend hatten die Frauen Ideen gesammelt. Da wurde ein Besuch im Altenheim vorgeschlagen − auch Migranten werden alt und können nicht immer zu Hause gepflegt werden. Es gibt Interesse an der Besichtigung einer christlichen Kirche und einer türkischen Moschee, an Erster Hilfe im Haushalt und Gesprächen über Schule und Erziehung. Und von türkischer Seite wurde der Wunsch geäußert, einmal bei einer deutschen Familie eingeladen zu werden.
"Wir begegnen uns auf Augenhöhe", sagt Agnes Durst. Serpil Aydin hat vor allem diesen Wunsch: "Mehr deutsche Frauen." Bislang waren die Migrantinnen in der Überzahl.
Die monatlichen Treffen finden im Familienzentrum am Stadtgraben (im Kindergarten Gottlieb Luz) statt: Telefon 07135 9389245, E-Mail familienzent- rum-gueglingen@t-online.de.
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