Mit Swing ins Weihnachtsfest

Combination Big Band und der Chor Sunrise bringen Schwung in die Lorenzkirche

Von unserer Mitarbeiterin Stefanie Pfäffle

Mit Swing ins Weihnachtsfest
Der Chor Sunrise aus Kirchhausen ergänzte das Konzert der Big Band mit Gospelsongs.Foto: Stefanie Pfäffle

Leingarten - Moment, die Melodie kennt man doch. "Hört der Engel helle Lieder." Ja, an der Stelle folgt das Gloria. Aber drumherum, da ist noch etwas anderes, und das groovt und swingt so richtig. Kein Wunder, wenn eine Big Band den Klassiker anstimmt. Die Combination Big Band aus Leingarten hauchte Weihnachtstiteln unter dem Motto "Swing for Christmas" in der Lorenzkirche jede Menge Schwung ein.

Es ist das achte Konzert der Truppe in diesem Jahr, das die Musikerinnen und Musiker schon traditionell in der Lorenzkirche beenden. Als Gast steht ihnen in diesem Jahr der Chor Sunrise aus Kirchhausen zur Seite. In dem swingt auch Pfarrerin Tatjana Gressert mit, nachdem sie spontan dem Aufruf des Projektchors mit sechs Proben und zwei Auftritten gefolgt ist. So führt sie gleich mit nachdenklichen und fröhlichen Worten durchs Programm.

Repertoire Das weihnachtliche Repertoire der Big Band ist abwechslungsreich. Da gibt es den "Christmas Waltz", der zwar nur rudimentär noch an einen Walzer erinnert, aber dafür mit einem frechen "ho ho ho" endet. Oder "We three kings", das irgendwie angenehm vor sich hin plätschert und doch die wippenden Füße niemals zur Ruhe kommen lässt. Überhaupt ist es unmöglich, bei dieser Musik nicht mitzugehen. Da bekommen die Solisten aus den Reihen der Big Band bei ihren über die Melodie gelegten Einlagen spontanen Szenenapplaus, und dem einen oder anderen entfährt schon mal ein begeisterter Juchzer.

Dann gibt es da auch noch die Stücke mit gesanglicher Begleitung. Jürgen Püschel dreht bei "Everybody is waiting for the man with bag" richtig auf. Es ist offensichtlich, wie wohl er sich fühlt und mit wie viel Begeisterung er solche swingenden Titel anstimmt. Mit zuckendem Ellbogen beim Schlussakkord inklusive. Ein Höhepunkt ist sicher das Duett mit Jeniffer Richard aus den Reihen des Chors, die erst vier Tage zuvor von ihrer Aufgabe "Baby it’s cold outside" erfahren hat. Beide lösen die Aufgabe mit Charme und leichtem Augenzwinkern.

Tatjana Gressert streut immer wieder Lesungen ein, die ganz unterschiedliche Töne hervorbringen. Motivierend und Mut machend ist die Geschichte um einen kleinen Bindfaden, der sich unnütz vorkommt, bis ihn ein kleiner Klumpen Wachs anregt, gemeinsam ein Teelicht zu werden. Nachdenklich macht der Text um den Nikolaus im Dreiländereck Polen-Tschechien-Deutschland, der auf "Ausländer raus"-Aufschriften und rechte Parolen stößt. Die Menschen wundern sich, warum er gehen will. "Ich bin Ausländer, ich stamme aus Myra, der heutigen Türkei." Es sind seine letzten verbürgten Worte.

Steckenpferd Gospels sind das weihnachtliche Steckenpferd von Sunrise. Gekonnt spielen sie mit dem Instrument Lautstärke. Fangen leise an bei "Let my light shine bright" und gehen dann schnipsend und mit viel Kraft in den Stimmen auf. Bei "Joy to the world" mit deutschem Text bringen sie diese Technik im steten Wechsel zur Vollendung. Chorleiter Mario Gebert hat einen Heidenspaß daran, sein Publikum zappeln zu lassen und erst, wenn dann doch einige mit dem Klatschen anfangen, seinen Sängern den fulminanten Schlussakkord zu entlocken.