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Kompetenzzentrum im Sitzungssaal
Von unserer Redakteurin Tanja Ochs
Leingarten - Wo bis vor ein paar Monaten noch der Gemeinderat debattierte, sollen demnächst Kunststoffteile konstruiert und produziert werden. Die Firma Knipping Kunststofftechnik (KKT) Gessmann hat das Übergangsrathaus in der Daimlerstraße gekauft, um dort ein Entwicklungs- und Kompetenzzentrum einzurichten. "Für uns ist das Gebäude ideal", schwärmt Ulrich Wellhäuser von dem 40 Jahre alten Bau. Seit 25 Jahren ist er Geschäftsführer der Firmengruppe.
Gelegenheit KKT Gessmann ergreift damit die Gelegenheit, am Standort in der Dieselstraße Produktion und Logistik auszuweiten. Die Bereiche Entwicklung, Konstruktion und Projektmanagement werden künftig unter Leitung von Jürgen Neuser ausgelagert − in fußläufige Entfernung auf die andere Seite der Bundesstraße. 2,5 Millionen Euro lässt sich das Unternehmen die Erweiterung kosten. Im April sollen die ersten Mitarbeiter in das 2500 Quadratmeter große Haus einziehen. Die Gemeinde hat vertragsgemäß bereits Teppichboden und Trennwände entfernt.
Noch sind die Räume kahl, die Büros leer. Seine Mitarbeiter planen derzeit die genaue Aufteilung der Räume, erklärt Wellenhäuser. Mit dem Einzug wird auch die Staubschicht verschwinden, die derzeit noch auf der ehemaligen Theke im Eingangsbereich liegt, ebenso wie der einsame Fensterrahmen, der dort abgestellt ist, wo mehr als zwei Jahre lang der Schreibtisch von Bürgermeister Ralf Steinbrenner stand.
An die ehemaligen Büros von Kulturamtsleiter Fritz Eichholz und Hauptamtsleiterin Sina Weiß erinnern nur noch dunkle Streifen auf dem Boden der Halle, die die Trennwände hinterlassen haben.
Mitarbeiter, Computer und Maschinen von Gessmann werden im Frühjahr auch die letzten Spuren der Verwaltung verblassen lassen, wenn im Gebäude wieder gearbeitet wird. "Die technische Peripherie ist schon drin", sagt Wellhäuser. Das Haus müsse nur noch modernisiert werden. Im hinteren Teil der alten Maschinenhalle produziert noch bis Juni die Firma Böhringer, ebenfalls ein Kunststofftechniker. Dort wird der Werkzeugbau des Automobilzulieferers Gessmann Platz finden. Der Leingartener Kunststoffspezialist entwickelt Komponenten für verschiedene Hersteller, beherbergt neben Produktion und Versand auch Konstruktion, Werkzeugbau und Bemusterung.
Bereiche Diese drei Bereiche ziehen in das ehemalige Rathaus im Gewerbegebiet. Darauf hatte Ulrich Wellhäuser schon länger ein Auge geworfen. Als die Verwaltung nach zweieinhalb Jahren im Oktober 2011 in den Neubau in der Heilbronner Straße zog, fragte der Geschäftsführer erneut beim Eigentümer an. Nach einem Zwischenmieter kaufte KKT Gessmann das Gebäude zum 1. Januar. Ende 2012 soll der Umzug abgeschlossen sein.
Die Erweiterung nach Norden hat den Vorteil der Nähe: "Für uns hervorragend", weiß Wellenhäuser. Auf längeren Wegen könnte Know-how verloren gehen, ein kompletter Neubau an anderer Stelle sei zu teuer. Mit dem Teilumzug sind auch in Zukunft schnelle Absprachen zwischen Entwicklung und Produktion möglich. Zudem bietet die freie Fläche neben dem ehemaligen Leingartener Rathaus, die laut Wellhäuser noch in Privatbesitz ist, dem 59-Jährigen schon jetzt die gedankliche Option, seine Firma irgendwann noch weiter auszudehnen.
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