Keine großen Sprünge möglich

Keine großen Sprünge möglich
Traumhafte Winterlandschaft: Dennoch spielt der Tourismus in der kleinen österreichischen Gemeinde Pöndorf keine Rolle.Foto: privat 

Pöndorf - Letztlich geht die Zusammenarbeit auf den Schwaigerner Heimatforscher Karl Wagenplast zurück. Er entdeckte Ende der 1960er Jahre, dass es in einem Teilort Pöndorfs einen Namensdoppelgänger Schwaigern gibt. Mit seinen rund 2300 Einwohnern erreicht die österreichische Gemeinde, die 30 Kilometer von Salzburg entfernt ist, zwar nur ein Fünftel der Leintalstadt mit ihren 11 000 Bewohnern. Allerdings sind beide Kommunen von der Fläche her mit rund 50 Quadratkilometern etwa gleichgroß.

Tourismus "Der Tourismus spielt bei uns keine Rolle", sagt Bürgermeister Johann Zieher. Pöndorf ist ländlich strukturiert. Zwei Drittel der Fläche bestehen aus Wald, der komplett dem Bund gehört. Vor allem Kleinbetriebe gibt es hier sowie einen Kindergarten mit drei Gruppen und eine Grundschule. Pöndorf ist die Gemeinde im Bundesland Oberösterreich, die die größte Milchquote erwirtschaftet. Große Sprünge kann sich die Gemeinde in diesem Jahr nicht leisten. "Projekte haben wir für dieses Jahr nicht vorgesehen. Wir müssen unseren Haushalt sanieren und deshalb sparen, sparen, sparen", sagt Bürgermeister Zieher.

Als sogenannte Abgangsgemeinde, bei der die Ausgaben höher als die Einnahmen sind, sind die frei verfügbaren Investitionen laut Amtsleiter Johann Lochner auf 5000 Euro pro Jahr begrenzt: "Alles, was darüber hinaus geht, muss das Land genehmigen." Lediglich Sanierungsmaßnahmen stehen 2012 auf dem Programm. 2009 hat sich die Gemeinde ein neues Fahrzeug angeschafft. "Für das Abzahlen brauchen wir drei bis vier Jahre", erklärt Lochner, während andere Kommunen dies innerhalb eines Jahres schultern würden.

Da Pöndorf laut Amtsleiter "auch nicht in der glücklichen Lage ist, viele Arbeitsplätze anbieten zu können", ist man bestrebt, Betriebe anzusiedeln. Doch die dazu nötigen Genehmigungen ziehen sich hin. Und so findet die Gemeinde noch keine Lösung, wie ein höheres Steueraufkommen erreicht werden soll. Aufgrund der Schuldensituation wird des öfteren der Wunsch nach größerer Zusammenarbeit mit Nachbarkommunen geäußert. "Dass wir dabei unsere Eigenständigkeit verlieren sollten, ist aber kein Thema", sagt Lochner.

Zusammenarbeit Äußerst zufrieden ist Bürgermeister Johann Zieher mit der Zusammenarbeit mit der Leintalstadt: "Wir haben sehr gute, intensive Kontakte mit Schwaigern. Das beruht auf Gegenseitigkeit." Eine aktive Fußballmannschaft soll demnächst aufgebaut werden. Das war bisher nicht möglich, weil Pöndorf bis vor zwei Jahren lediglich ein Kleinspielfeld hatte. Allerdings haben die Österreicher Nachwuchsteams. Ob sie mit ihrer B- und C-Jugendmannschaft im Juli beim Turnier des TSV Stetten antreten, ist noch offen.

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