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Eltern kritisieren höhere Gebühren
Von unserem Redakteur Friedhelm Römer
Massenbachhausen - Für den Gemeinderat war es kaum mehr als ein formaler Akt. Die Erhöhung der Kindergartengebühren ab dem 1. Februar. Sie war in wenigen Minuten eine beschlossene Sache. Eine Familie mit zwei Kindern, von denen eines in die Einrichtung geht, zahlt künftig 72 statt bisher 68 Euro. Was die Eltern davon halten, präsentierten Carmen Ehmann und Andrea Langjahr den Räten in der Sitzung.
Schreiben Die Vorsitzende des Elternbeirats Ehmann und Schriftführerin Langjahr hatten sich bereits vor der Sitzung mit einem Schreiben an die Verwaltung gewandt, in dem sie sich gegen die Erhöhung der Gebühren aussprechen. "Der Bedarf erschließt sich uns nicht, weil der Kindergarten ausgelastet ist und keine neuen Erzieherinnen hinzu kommen", sagt Carmen Ehmann gegenüber der Heilbronner Stimme. "Für uns ist es schwierig zu erschließen, wie unsere kinderfreundliche Gemeinde die immer weiter steigenden Kosten rechtfertigen will, wo die Stadt Heilbronn diese Gebühren gänzlich aussetzt", so die Vorsitzende des Elternbeirats. Und sie legt nach: "Wir werden im Kindergarten abgezockt, überspitzt formuliert."
Empfehlungen Das will Bürgermeister Nico Morast nicht auf sich sitzen lassen: "Bei der Anpassung folgen wir den Empfehlungen des Landesrichtsatzes. Außerdem sind die Elternbeiträge ohnehin nur ein symbolischer Beitrag."
Insofern war die Erhöhung ein obligatorischer Schritt. Die Kostendeckung liege in Massenbachhausen lediglich bei 15 Prozent. Langfristig werde eine Summe von 20 Prozent angestrebt. Für ihn wäre es "unverantwortlich, den Aufwand auf alle Steuerzahler auszuweiten". Der Rathauschef verweist auf die Angebotsformen, die sich in den vergangenen Jahren verändert haben. Tatsächlich unternimmt die Gemeinde einiges für Kinder und Familien.
Beispiel Grundschule: Dort hat Massenbachhausen die Kernzeitenbetreuung ausgebaut und eine flexible Nachmittagsbetreuung eingeführt. Das Angebot wird gut genutzt.
Beispiel Tagesmütter: Um Bürgern die Möglichkeit zu geben, Familie und Beruf besser miteinander zu vereinbaren, hat der Gemeinderat im November 2011 beschlossen, Zuschüsse zu gewähren für Eltern, die ihre Kinder von Tagesmüttern im Ort betreuen lassen. Darüber hinaus bekommen Tagesmütter eine finanzielle Unterstützung für Fortbildungen.
Beispiel Jugendhaus: Das Jugendhaus Alcatrasz hat sein Angebot um einen weiteren auf jetzt zwei Öffnungstage ausgeweitet.
Doch Carmen Ehmann mahnt, dass sich Familien die Plätze nicht mehr leisten können und Massenbachhausen deshalb den Rücken kehren könnten. Auch und besonders für Alleinerziehende sei jede Erhöhung eine Belastung. "Wir haben gehofft, dass sich die Gemeinderäte einsichtig zeigen", sagt die Beiratsvorsitzende.
Der Bürgermeister verweist darauf, dass die Gemeinde jährlich einen Nettoaufwand von 225 000 Euro für die beiden Kindergärten, in die derzeit insgesamt 97 Kinder gehen, stemmt. Die Gesamtkosten belaufen sich insgesamt auf 517 000 Euro. Der Differenzbetrag sind Landeszuschüsse und Elternbeiträge.
Und auch eine besondere Regelung, die man für einkommensschwache Familien geschaffen hat, hebt Morast hervor: Liegt das Monatseinkommen der Eltern unter 1000 Euro netto, gelten niedrigere Gebührensätze. Einen Vorschlag von Werner Marbach (FWV), die Grenze auf Einkommen unter 1200 Euro auszuweiten, wird von der Verwaltung nun geprüft. Kommentar "Überzogen"
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