Ein Werk wächst zusammen

Schwaigern - Gemeinsame Probe von Dritt-, Viert- und Zehntklässlern für ein Benefizkonzert

Von Friedhelm Römer

Schwaigern - Musik schallt aus dem CD-Player. Ein Orchester spielt ein wenig eingängiges Stück. Die Blicke von fast 60 Kindern und Jugendlichen sind auf eine Person gerichtet. Martha Boadi ist die Chefin in der Mehrzweckhalle in Stetten. Die angehende Theaterpädagogin gibt Regieanweisungen, verbessert Körperhaltungen, verteilt Lob. Die Dritt- und Viertklässler der Grundschule Stetten sowie die Zehner der Werkrealschule Schwaigern proben in der Sporthalle. Oft üben die Grundschüler seit Januar für sich, ebenso die Älteren. Es ist erst das dritte Mal, dass sie das aufwendige Stück, in dem es um Musik, Tanz und Performance geht, gemeinsam einstudieren. Aurora heißt das 13-minütige Werk, das sie am 23. Juli präsentieren werden. Dann wird die Musik nicht mehr aus dem CD-Player kommen, sondern live gespielt vom Sinfonischen Jugendblasorchester der Städtischen Musikschule Heilbronn. Dann werden sie Kostüme tragen, und die Mamas und Papas, Omas und Opas werden ihnen mit Stolz zuhören und Beifall klatschen.

Aufführung

Die Freude, mit der die Beteiligten der Benefizveranstaltung zu Gunsten des Projekts "Sport und Therapie für Kinder mit und nach Krebs" des TSV Stetten entgegenfiebern, wird täglich größer. "Ich sehe, wie das Stück immer mehr zusammenwächst", sagt Wolfgang Armbrust, der Klassenlehrer der Zehntklässler. Dies gebe ihm ein Gefühl von Sicherheit.

Martha Boadi studiert an der Pädagogischen Hochschule Ludwigsburg. Ihre Lehrerin Gabriele Cerny und sie sind federführend mit der Choreographie betraut. "Das, was wir hier machen, ist Luxus", ist sich Christoph Schulz bewusst. "Das ist nur möglich, weil wir das Geld haben, um die Theaterpädagogen zu bezahlen", sagt der Nordheimer Projektentwickler, der als Koordinator dabei ist. Der Sportpark Stetten übernimmt die Kosten.

Elemente

In dem Kunstwerk haben die vier Elemente Sonne, Erde, Wind und Wasser einen zentralen Platz. Martha Boadi hat das Stück in fünf bis sechs Szenen unterteilt. Die ersten beiden sind inzwischen einstudiert, nun ist die dritte dran. "Die Schüler sollen in die Figur hineinkommen, sollen ein Bild im Kopf haben und es umsetzen." Das will Martha Boadi den Kindern und den Jugendlichen vermitteln. Sie hat die Erfahrung gemacht, dass die Bilder von den Kleinen leichter aufgenommen werden. "Wenn sie ein Baum sein sollen, dann sind sie ein Baum." Aber sie ist überzeugt, dass die Aufgabe bis zum großen Auftritt gelöst wird und alle ihren Beitrag leisten.

Für Grundschul-Rektorin Irene Schnabel hat das Projekt ohnehin eine weitreichendere Wirkung: "Mir gefällt daran, dass es viel mit der Lebensschule zu tun hat. Konzentration und Körperhaltung sind für die Kinder auch in der weiterführenden Schule wichtig." Und sie ist entschlossen, einige Elemente ins nächste Schuljahr zu transportieren − etwa, sich des Körpergefühls bewusst zu werden: "Das ist eine wunderbare Fortbildung für uns." Für Christoph Schulz ist es allerdings schade, "dass dieses Projekt nach der Aufführung auseinandergeht".