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Beheizte Motorsäge schützt vor Kälte
Von unserem Redaktions- mitglied Kathrin Frank
Schwaigern - Zum ersten Mal klingelt das Handy von Karl Walch an diesem Tag morgens um sieben Uhr. "Haben Sie noch Holz", will der Anrufer wissen. Eine Frage, die der Förster im Moment oft hört. Im Zehnminutentakt wählen die Leute seine Nummer. "Jetzt kommen alle aus den Löchern, die nicht rechtzeitig bestellt haben und ihre Vorräte für die nächsten Jahre schwinden sehen", sagt er. Aber er kann die Menschen beruhigen: "Die Holzernte geht noch bis April."
Erntezeit Walch ist Leiter des Forstbetriebs Graf Neipperg und glücklich über die Kälte. "Uns kommt das Wetter zupass", sagt er. Denn in den Wintermonaten ist Erntezeit. Das heißt auch, dass die gefällten Bäume mit dem Traktor aus dem Wald gezogen werden müssen. Rücken nennt sich dieser Vorgang in der Fachsprache. "Wenn der Boden gefroren ist, gibt es dabei nicht so viele Druckstellen in der Erde", erklärt Walch. Auch der Arbeit mit der Kettensäge bekomme das kalte Wetter besser als Regen und matschiger Untergrund. "Wenn zu viel Dreck an den Baumstämmen hängt, wird die Kette stumpf."
Dem Förster selbst macht die Kälte nichts aus. Er braucht nur wenig, um sich gegen die Minusgrade zu schützen. "Man muss nicht viel anhaben, sondern das Richtige", ist seine Devise. Deshalb trägt er zwei Lagen Funktionsunterwäsche und darüber nur eine dünne Jacke aus Faserpelz. "Das reicht, wenn man sich bewegt."
Tückisch allerdings sei der Wechsel vom warmen Auto raus in den frostigen Wald. Und das kommt häufig vor. Schließlich muss Walch immer wieder an den verschiedenen Stellen im Wald vorbeischauen, an denen gerade Bäume gefällt werden, den sogenannten Hieborten.
Fallkerb An diesem Tag fährt er zum Arbeitsplatz von Forstwirt Robert Steiner. Der nimmt sich gerade eine Buche mit roter Markierung auf dem Stamm vor − ein Zeichen, dass dieser Baum geerntet werden soll. Eine gefährliche Arbeit. "Man hat Verantwortung", sagt Steiner, und das gefällt ihm an seinem Beruf. Auch, wenn er bei Minusgraden im Freien arbeiten muss: "Man gewöhnt sich daran. Spätestens nach dem ersten Baum ist mir warm."
Mit der Motorsäge setzt Steiner den Fallkerb, einen keilförmigen Schnitt im Stamm. Für warme Hände sorgt dabei ein beheizter Griff an der Motorsäge. "Kein Luxus", sagt Walch, "sondern Prävention". Denn früher sei die Weißfingerkrankheit unter Waldarbeitern im Winter verbreitet gewesen. Das Rütteln der Säge und die Kälte habe zu Durchblutungsstörungen in der Hand geführt. Diese Gefahr besteht mit der modernen Technik nicht mehr.
Kleinere Probleme machen die Minusgrade, als Steiner Keile in den Stamm schlagen will. Sie sollen den Baum beim Fallen in die richtige Richtung lenken. Mit kräftigen Hammerschlägen treibt er die Aluminiumkeile in den Stamm, aber der wehrt sich. "Das Holz ist gefroren, der Keil beißt nicht", erklärt Walch. Nach einigen Versuchen klappt das Manöver trotzdem, die Buche fällt in die gewünschte Richtung. Steiner misst Länge und Durchmesser des Stamms, notiert die Daten mit Kreide auf der Schnittfläche und entfernt die Äste. Da klingelt Walchs Handy, das übliche Anliegen: Brennholz wird verlangt. Der Förster lacht. "Wir schlagen noch genügend."
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