Zwischen Mozartkugel und Fußball-Weltmeisterschaft

Von Franz Andritsch

Passend zu den Highlights in diesem Jahr bot die Möckmühler Kleinkunstgruppe „Kunstdinger“ im Glashaus der Gärtnerei Zürn einen feinen musikalischen Abend zwischen Mozart-Gedenkjahr und Fußballweltmeisterschaft.

Zwischen Mozartkugel und Fußball-Weltmeisterschaft
Im Glashaus der Möckmühler Gärtnerei Zürn servierte das Kleinkunstensemble „Kunstdinger“ einem begeisterten Publikum Lieder und Texte um Mozart und das runde Leder: Bernhard Jaeger-Böhm und Regine Böhm sangen eine Arie aus Don Giovanni. Begleitet wurden sie von Monika Horn und Gunter Wacker am Klavier. (Foto: Heidelind Andritsch) 

Von Franz Andritsch

Die Kleinkunstgruppe „Kunstdinger“ wollte in ihrem vierten abendfüllenden Programm keine Brat-Händel oder Bach-Forellen servieren, sondern kunstvoll verpackte Mozart-Kugeln darbieten. Als Ouvertüre durchdrang stilvoll ein „In diesen heiligen Hallen“ das hohe Gewächshaus und stimmte die zahlreich erschienenen Gäste auf das Kommende ein.

Es folgten Arien aus Figaros Hochzeit und Don Giovanni, vorgetragen von Regine Böhm und Bernhard Jaeger-Böhm, am Piano begleitet von Monika Horn und Gunter Wacker. Georg Kreislers „Kleine Nachtmusik“ war zu hören, und natürlich der Theodor, der für uns im Fußballtor steht. Man gedachte aber auch - „Es weiß und rät es doch keiner“ von Robert Schumann, dessen 150. Todesjahr auch gefeiert sein sollte.

Wer hat gewusst, dass Mozart bei seinem „Veilchen“ an ein blaues Auge gedacht hatte? Und dass er neidvoll davon geträumt hatte „Ich möchte gern der Kaiser sein“?

Dazwischen erfuhr man viel Wissenswertes über den Fußball, vorgetragen von Andreas Capelle und Karl-Heinz Kraft: Einst kickte man mangels qualitativ hochwertiger Bälle mit abgeschlagenen Köpfen, zwei mittelamerikanische Staaten gerieten sich in einem mehrstündigen Fußballkrieg in die Haare, ein über die Schützengräben hinweg spontan ausgerichtetes Fußballspiel legte vorübergehend den ersten Weltkrieg lahm, und das Spiel zweier madagassischer Mannschaften endete mit einem Rekordergebnis von 149:0.

Dass Rasenspiele so heißen, weil man dabei so sehr rasen muss, wissen wir seit Heinz Erhardt. Und wie gesund Sport ist, daran erinnert empathisch Georg Kreisler. Die Hymne des FC Dornbirn sollten sich alle Fußballfreunde verinnerlichen.

Zum Ausklang gab es einen vierteiligen Sprechkanon mit Trillerpfeife, in den das Publikum begeistert einfiel und mitpfiff. Wie eine Beschwörungsformel wurde „Wir werden Weltmeister“ skandiert und es wollte keine Zweifel aufkommen, dass es nicht so sein wird. Am Büfett ließ man den Abend bei interessanten Gesprächen ausklingen.

Ganz nebenbei: Natürlich war auch zu erfahren, wie Mozart zur Mozartkugel kam.




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