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Zischende Hexe verabschiedet sich
Von unserer Mitarbeiterin Ute Plückthun
Neudenau - Mit Heulen, Krachen und Zischen hat sich die Hexe auf dem hell lodernden Scheiterhaufen verabschiedet. Zwei Silvesterheuler, die ihr dabei entfahren, unterstützen das Wehgeschrei und auch in Herbolzheim ist damit offiziell klar: "Die fünfte Jahreszeit ist nun vorbei, aus ist es mit der Narretei." Nicht jedoch ohne ein letztes "Herwelze helau" vom Carnevalsverein auf der Wiese beim Burgturm.
Feuerwehrmänner Der Kinderfasching im Bernhardusheim mit lustigen Spielen, Polonaise und Prämierung der schönsten und kreativsten Verkleidungen neigt sich dem Ende entgegen, da sammeln sich die ersten Faschingsbegeisterten auf dem Vorplatz. Mit dabei und nicht verkleidet, sondern auftragsgemäß in Feuerwehrkleidung: Sechs Mann der Herbolzheimer Abteilung. Sie begleiten nicht nur den Fackelzug, der sich die Pfarrsteige und den Schlossweg zum Turm hoch schlängelt, sondern sorgen mit einem Löschfahrzeug samt 1200 Litern Wasser für Sicherheit.
Laute Trommelschläge von zwei Schlagzeugern des Musikvereins bei einbrechender Dunkelheit versetzen ins Mittelalter. Doch nur kurz. Beim Blick auf das potentielle Opfer wird schnell klar: Die Strohhexe mit Kittelschurz und Glotzaugenmaske ist nicht echt, die Ritter und Burgfräulein stammen aus der Neuzeit und die Schaulustigen sind auf ein rein belustigendes Spektakel zum Faschingsabschluss mit Herbeiwünschen des Frühjahrs und dem selbst gedichteten Faschingslied "Die alten Rittersleit" aus.
Dass immer mehr Zuschauer hinzukommen, freut Klaus Last, Vorsitzender des Herbolzheimer Carnevalsvereins, der 1988 gegründet wurde. Nach anfänglichen Prunksitzungen haben sich die 45 Narren auf einen amüsanten Kinderfasching und etliche Umzüge verlegt. In diesem Jahr standen Ellhofen, Gochsen, Bad Rappenau und Billigheim auf dem Programm. Darüber hinaus war der Carnevalsverein auch beim Herbolzheimtreffen im Breisgau mit von der Partie.
Seit elf Jahren finden die Hexenverbrennungen statt. Auch Klaus Lasts Töchter Emilia (9) und Monia (11) sind als junge Burgfräulein mit dabei. "Weil es Spaß macht und etwas Besonderes ist", begründet Monia. Mehrere Altersgruppen vereinigen die Narren in ihren familiären Reihen, viele davon Eltern und Kinder. Auch die drei Knappen, die Text, Fahne und Wappen tragen dürfen, sind mittlerweile erwachsene angehende Jungritter.
Wohnzimmerfenster Zuschauerin Gabi Hamberger lobt den gelungenen Abschluss. Helmut Reinhart begutachtet das närrische Hexentreiben sonst vom Wohnzimmerfenster aus. Heute ist er wegen Enkeltochter Thea (8) vor Ort. Anja Eckert kommt jedes Jahr mit ihren drei Kindern zur Hexenverbrennung. "Das ist das Schönste am ganzen Fasching", sagt die Herbolzheimerin und ihre Tochter Maike (8), als rassige Spanierin verkleidet, ergänzt: "Da kann man sich schön wärmen."
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