Trotz Trockenheit ein gutes Holzjahr

Von unserer Mitarbeiterin Ute Plückthun

Trotz Trockenheit ein gutes Holzjahr
Zum Wandern lädt der Rundweg beim Parkplatz Lindach ein, der 3,8 Kilometer lang ist und durch den Gemeindewald Richtung Untergriesheim führt.Foto: Plückthun 

Neudenau - Das internationale Jahr der Wälder hat sich für den Neudenauer Kommunalwald mit 872 Hektar Fläche als gutes Holzjahr erwiesen: Der Vollzug des Forstwirtschaftsplan 2011 weist zum Wohle der Stadtkasse einen Überschuss von 94 633 Euro aus. Für das laufende Jahr sind erneut 94 700 Euro im Etat eingeplant. "Das zeigt, dass unser Wald in guten Händen ist", lobte Bürgermeister Manfred Hebeiß sowohl Oberforstrat Roland Hartz als auch Revierförster Ulrich Zobel.

Nachdem 2013 das internationale Jahr der Nachhaltigkeit ausgerufen werde, stehe 2012 die Forsteinrichtung für einen Zeitrahmen von zehn Jahren an, bei der eine mittelfristige Betriebsinventur vorgenommen und geplant werden solle, was an Pflegemaßnahmen durchzuführen sei, sagte Roland Hartz. Einen Termin für die gemeinsame Waldbegehung stehe noch nicht fest.

Verregnet Extreme Trockenheit in der ersten Jahreshälfte, ein verregneter Sommer, schließlich ein trockener November und ein nasser Dezember: Trotz aller Befürchtungen habe sich das "Jahr der Extreme" als normal erwiesen. Für den Holzmarkt sei 2011 bereits das dritte oder vierte normale Jahr in Folge gewesen, berichtete Roland Hartz.

Zum einen führte er eine "Wahnsinnsnachfrage nach Nadelholz" an, zum anderen berichtete er von "riesigen Mengen Holz", die man nach Fernost verkauft habe. "Der Holzmarkt boomt", stellte er erfreut fest. Steigende Preise um bis zu zehn Prozent machten sich auch beim Brennholz bemerkbar. Allerdings hätten die Preise jetzt voraussichtlich ihren Höhepunkt erreicht.

Ulrich Zobel erläuterte für 2011 die Einnahmen in Höhe von 372 278 Euro, denen Ausgaben von 277 645 Euro gegenüberstanden. Holzerlöse erbrachten 366 481 Euro. Innerhalb der Planung hätten sich vorgesehene Einschläge teilweise verschoben. Mit der großen Nachfrage beim Fichtenholz erklärte er die Steigerung von 590 geplanten Festmetern auf 1094 Festmeter. Insgesamt wurden 1639 Festmeter an Nadelholz eingeschlagen.

Mit 4416 Festmetern erwies sich das Laubholz als der weitaus umfangreichere Posten. Buche Stammholz (735 Festmeter), vor allem jedoch Industrielaubholz (864 Festmeter) und Laubbrennholz (1518 Festmeter) waren dabei die Spitzenreiter. "Die zufällige Nutzung hielt sich in Grenzen", führte Ulrich Zobel aus: Das Käferholz habe lediglich 560 Festmeter ausgemacht.

Wurden im vergangenen Jahr 6055 Festmeter Holz eingeschlagen, liegt der diesjährige Wert mit 5600 Festmetern etwas darunter. Dabei wird das Laubholz mit 4330 Festmetern wieder weitaus mehr ausmachen als das Nadelholz mit 1120 Festmetern. Die Holzversteigerung kündigte Ulrich Zobel für Ende Februar an.

Pflanzen Mit 3450 jungen Pflanzen sollen im laufenden Jahr noch einmal 400 mehr als im vergangenen Jahr ausgebracht werden: Vorgesehen sind 2950 Nadelholzpflanzen (2011: 1950) sowie 500 Laubholzpflanzen (2011: 1100).

Obwohl sie sich mit dem Waldjahr zufrieden zeigten, gab es für die Landratsamtsmitarbeiter eine Einschränkung: Bei der Holzernte sei einer der Mitarbeiter verunglückt und befinde sich erst langsam auf dem Weg der Besserung. "Das zeigt, dass Waldarbeiter einer der gefährlichsten Berufe ist", unterstrich Roland Hartz.




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