Nur die eigene Ausdauer als Gegner

Von unserer Mitarbeiterin Ute Plückthun

Nur die eigene Ausdauer als Gegner
Gruppenbild vor dem Herbolzheimer Dreikönigslauf, der die Teilnehmer auf Laufstrecken von fünf, zehn oder 21 Kilometer führte.Foto: Ute Plückthun 

Neudenau - Kaum sind die faulen Weihnachtstage vorbei, lockt das neue Jahr mit sportlichen Leistungen: Rund 80 Teilnehmer kamen zum Herbolzheimer Dreikönigslauf, den der TSV am Freitagmorgen auf der Strecke des Gänslaufs veranstaltete. Komplett ohne Werbung und ohne Wertung: Allein die sportliche Herausforderung stand im Mittelpunkt beim Lauf auf den Strecken mit fünf, zehn und 21 Kilometern. Einziger Gegner: die eigene Ausdauer.

Bürgermeistertreff "Wegen der Weihnachtsgans" war Bürgermeister Michael Grimm aus Roigheim zum Dreikönigslauf gekommen. "Normal würde ich jetzt noch im Bett liegen, aber mein Laufpartner Mathias Scheuber gängelt mich", sagte er lachend und wohl nicht ganz ernst gemeint. Er machte sich auf die Zehn-Kilometerstrecke, die Richtung Neudenau über die Allfelder Steige zum Wald führte und vom Bauernhof Kress aus quer durch den Ort zurück nach Herbolzheim: eine matschige Angelegenheit. Auch sein Neudenauer Amtskollege Manfred Hebeiß, der sich mit Sohn Mario (16) zum Lauf gerüstet hatte, kam nicht unvorbereitet: Auf acht bis zehn Kilometer schätzt er sein Laufpensum an zwei bis drei Tagen in der Woche.

Ankommen und zum Saisonstart durchhalten hatten sich die meisten Teilnehmer als Hauptziel gesteckt. Der Spaß an der körperlichen Herausforderung stand im Vordergrund. "Ganz entspannt ohne Wertung einlaufen" wollte sich auch Roland Kühner aus Heilbronn-Biberach. Öfter war er schon beim Dreikönigslauf in Leingarten, wollte jetzt "gerne auch mal eine andere Strecke kennenlernen". Dass die Hobbysportler dabei im Zehn-Minuten-Takt von einem Zugläufer gut geführt wurden, gefiel ihm besonders.

Jüngster Teilnehmer mit zehn Jahren war Marvin Kaatz aus Leingarten, der sich mit Tante Mira Kreibich aus Offenau auf die Fünf-Kilometerstrecke am Radweg entlang aufmachte. Auch der Neudenauer Flavio Knotz (13) wagte sich mit Opa Karl Knapp an die fünf Kilometer. Für Fabian Pruksch (13) war es der erste längere Lauf. "Ziemlich zügig laufen" hatte er sich vorgenommen. Papa Bernhard setzte mit dem anvisierten Zehn-Kilometerlauf gleich einen Vorsatz fürs neue Jahr um: "Kontinuierlich laufen, dafür ist der Dreikönigslauf eine gute erste Motivation."

Zweiter Anlauf Die zweite Auflage stellte eigentlich die Premiere dar: Denn 2012 hatten die TSV-Organisatoren mehr Glück mit dem Wetter als im vergangenen Jahr: "Damals waren die Straßen und Wege vereist", erinnerte sich Oliver Unger. Mehrere Runden um den verschneiten Sportplatz waren damals die einzige Möglichkeit, sich überhaupt zu bewegen. Leichter Nieselregen und Temperaturen um die vier Grad störten die Läufer diesmal wenig.

Zahlreiche Einzelläufer und mehrere Gruppen waren neben den gastgebenden TSV-Läufern mit von der Partie, etwa das Happy-Fitness-Team aus Gundelsheim oder der BKK-Audi-Lauftreff. "Mit ein paar Leuten" gingen Mitglieder des TSV Neuenstadt an den Start. Lauffreudig, wenn nicht gar "laufverrückt" seien sie, bestätigten sie selbst: mit einem wöchentlichen Laufpensum von 30 bis zu 120 Kilometern in der Woche. Auch sie erwartete am Schluss eine besondere Belohnung, um die verbrannten Kalorien wieder zu sich zu nehmen: Würstchen mit Glühwein.




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