Chefredakteur diskutiert mit Bürgern


Uwe Ralf Heer Lokalpolitische Themen und die Meinung der Leser stehen im Mittelpunkt des Interesses, wenn Stimme-Chefredakteur Uwe Heer bei seiner Lokaltour in den Kommunen in der Region zu Gast ist.






Kritik an Parkplatznot und Trauerhalle

Von Carsten Friese

Kritik an Parkplatznot und Trauerhalle
Guter Besuch: Rund 40 Bürger kamen ins Sontheimer Hofwiesenzentrum, um mit Stimme-Chefredakteur Uwe Ralf Heer (rechts) zu diskutieren.Foto: Dittmar Dirks 
Heilbronn - Kreuzbrave Sontheimer? Von wegen. Es waren einige Emotionen dabei, als Stimme-Chefredakteur Uwe Ralf Heer am Montagabend auf der Lokaltour im Hofwiesenzentrum vor rund 40 Gästen Rede und Antwort stand.

Mit Kritik an ihrem Stadtteil hielten die Bürger nicht hinterm Berg. Allen voran Erwin Eckert, der das Ärgernis einer seit Jahrzehnten viel zu kleinen Aussegnungshalle auf dem Friedhof ansprach. "Etliche Trauergäste stehen im Regen oder in der Hitze" und hätten keine Chance, der Trauerfeier zu folgen. "Jeder schimpft, aber niemand tut etwas." Beim Alten Friedhof schlug Eckert vor, diesen fachmännisch zu einem Platz der Begegnung umzugestalten - weil Sontheim keinen echten Dorfplatz habe.

Weiter ging es im Sontheimer Themen-Mix. "Schlimm" fand es eine Bürgerin, dass die Menschen "mindestens drei Wochen gelbe Säcke und vier Wochen Sperrmüll auf die Straße stellen". Die Parkplatzsituation ist für Manfred Glaser ernüchternd. "So wenige wie hier gibt es nirgends. Überall stehen die Straßen gerammelt voll. Da passiert nichts." Und für Peter Kuhn ist es ein Ärgernis, dass in der Hauptstraße im alten Ortskern das Parkchaos so groß ist, dass Busse im Begegnungsverkehr Stillstand auslösen. "Dann geht gar nichts mehr."

Abstrampeln

Und sonst? Sontheim braucht einen Bezirksbeirat, das steht für Hermann Hagmann außer Frage. "Wir strampeln uns hier über den Sontheimer Offenen Kreis ab. Ein Bezirksbeirat hat aber ein ganz anderes Gewicht." Dass die Stadträte bei ihren Stadtteiltouren nicht an den Stellen anhalten, "wo es notwendig wäre", kritisierte Erwin Eckert. Und rief damit CDU-Stadtrat Eugen Gall auf den Plan, der die "pauschale Kritik" an den Ratsvertretern nicht unkommentiert lassen wollte. "Was im öffentlichen Interesse liegt, verfolgen wir", sagte Gall. Aber: Bei angespannter Haushaltslage "muss man Prioritäten setzen". Auch SOK-Vorsitzender Wolfram Rudolph bestätigte, dass "das, was wir an die Stadt herangetragen haben, bisher funktioniert hat".

Eine Mensa für Justinus-Kerner-Gymnasium, Mörike-Realschule und Uhlandschule: Das Konzept für eine Campus-Lösung in der Ganztagsbetreuung für rund 1700 Schüler liegt in der Schublade. "Man könnte anfangen", betont Mörike-Schulleiter Volker Dörfler. Wo das Geld - rund zwei Millionen Euro - herkommen soll? Bauplatzverkauf, sagt Marianne Kugler-Wendt (SPD) und hofft, dass der Gemeinderat demnächst grünes Licht gibt.

Anker sein

Kritik bekam auch die Heilbronner Stimme ab. Schreibfehler und zu viele nicht-deutsche Wörter kritisierten einige Bürger. Uwe Ralf Heer versicherte, dass man mit einem speziellen Seiten-Kontrollsystem am frühen Abend die Fehlerzahl zurückgefahren habe. Im Tagesgeschäft mit aktueller Arbeit bis zum Redaktionsschluss gebe es aber nirgends auf der Welt eine fehlerlose Zeitung. Eine wichtige Funktion der Zukunft sieht Heer darin, in der zunehmenden Flut an Informationen das Wichtige zu selektieren. "Die Zeitung muss ein Anker sein."

Und Meinungsvielfalt werde nicht nur in der Redaktion gelebt. Die zusätzliche Leserbriefseite belege, dass der Redaktion auch die Meinung der Bürger am Herzen liege.

02.12.2009


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