Chefredakteur diskutiert mit Bürgern
Lokalpolitische Themen und die Meinung der Leser stehen im Mittelpunkt des Interesses, wenn Stimme-Chefredakteur Uwe Heer bei seiner Lokaltour in den Kommunen in der Region zu Gast ist.- Artikel
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Kontroverse Debatte zum Sportpark
Von Joachim Kinzinger
Weinsberg - Die Nachwehen der gescheiterten Projekte Klettergarten und Sportvereinszentrum prägen den Abend bei der Lokaltour mit Stimme-Chefredakteur Uwe Ralf Heer in der Gaststätte "Postwirt" in Weinsberg. Mehr als 30 Bürger diskutieren engagiert, kontrovers und leidenschaftlich. Bürgermeister Stefan Thoma steht Rede und Antwort, klärt auf, nennt Fakten statt Spekulationen.
"Ich bedauere, dass das Sportvereinszentrum nicht zustande kam", sagt der frühere SPD-Rat Erich Göbel, der "handwerkliche Fehler" im Vorfeld kritisiert. Ganz anders stuft Hubert Kromer die Sache ein. Von vornherein habe es das Investorenpaar nicht "ernst gemeint". Es sei nur darum gegangen, den Hochseilgarten zu verhindern, da sie an der Kirschenallee wohnen. Eine Bürgerin entgegnet: "Dies ist eine subjektive Interpretation." Holger Wittenberg, Vorsitzender des Tennisclubs Weinsberg, gewann bei der Ratssitzung am 9. März den "fatalen Eindruck" − das Gremium habe sich "höchst reserviert" zur sportlichen Zukunft verhalten. Er ist enttäuscht, dass "das einmalige Projekt" nicht realisiert wird. Der TC war zwar abgesprungen, aber der TSV Weinsberg blieb bei der Stange.
Unterkühlt
Bürgermeister Stefan Thoma bestätigt am Abend die "unterkühlte Reaktion" im Gemeinderat. Aber: "Das Konzept ist einstimmig abgesegnet worden." Das vorgesehene Grundstück im Sportgebiet Stämmlesbrunnen habe die notwendige Infrastruktur mit Parkplätzen geboten. Dass das Paar ausgerechnet an jenem Tag den Rückzieher machte, an dem ein Vertreter des Württembergischen Landessportbundes (WLSB) mit dem beauftragten Architekturbüro wegen der Standortanalyse vor Ort war, findet Thoma schade.
Für Joachim Domesle hat die Verwaltung das Thema Sportvereinszentrum nicht richtig arrondiert: Aus der im November zugesagten Spende der Geldgeber sei wenige Monate später eine Investition mit Profit geworden. "Es war von Anfang an nicht an eine Schenkung gedacht", klärt Thoma auf.
Vom Kletterpark beim Albvereinshaus hat sich der Investor Fun-Forest wegen der Schwierigkeiten längst abgeseilt. Doch das Thema bleibt präsent. Joachim Domesle und Peter Grimmeißen kritisieren den Stadtchef, er habe die Bevölkerung bei diesem Projekt Ende 2008 nicht mitgenommen. Kein Ton vom Kletterpark bei der Bürgerversammlung im November, aber der Ratsbeschluss kurz vor Weihnachten. Thoma verteidigt sich mit den Worten: "Bei der Bürgerversammlung war der Klettergarten noch nicht spruchreif."
Abenteuerspielplatz
Grimmeißen nennt andere geeignete Standorte wie den Ziegeleipark mit Stadtbahnanschluss. Thoma entgegnet, verschiedenste Alternativen seien geprüft, aber nicht geeignet gewesen. Auf "rechtlicher Schiene" hätten Weinsberger mit ihrer Ankündigung zum Rechtsstreit den Garten zu Fall gebracht. "Wir wollen keinen Remmidemi-Park beim Albvereinshaus", unterstreicht Ursula Domesle ihre Position. Und dies im Naturschutzgebiet. "Machen Sie einen Abenteuerspielplatz für junge Familien, da hat niemand was dagegen."
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