Chefredakteur diskutiert mit Bürgern


Uwe Ralf Heer Lokalpolitische Themen und die Meinung der Leser stehen im Mittelpunkt des Interesses, wenn Stimme-Chefredakteur Uwe Heer bei seiner Lokaltour in den Kommunen in der Region zu Gast ist.






Markt-Standort scheidet die Geister

Von Heike Kinkopf

Markt-Standort scheidet die Geister
Stimme-Chefredakteur Uwe Ralf Heer (links) sucht das Gespräch mit Bürgern in Möckmühl. Heftig diskutieren die Besucher in der Alten Stadtmühle.Foto: Dittmar Dirks 
Möckmühl - Eines eint die Kontrahenten: Was in Möckmühl los ist, genauer, wie es um den Einzelhandel bestellt ist, lässt die Besucher der Lokaltour keineswegs kalt. Damit hat es sich aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten in der voll besetzten Alten Stadtmühle. In Sachen eines möglichen Umzugs des Edeka-Marktes raus aus dem Einkaufszentrum näher hin zur historischen Altstadt beziehen Befürworter und Kritiker klare Positionen.

Der Konflikt entzündet sich am denkbaren neuen Standort: Teile des Bauhof-Areals. Siedelt sich der Vollsortimenter dort an, bestehe die Möglichkeit, mehr Kunden in die Altstadt zu bringen, erwartet etwa Andreas Franzke positive Effekte für die Innerstadt. „Die ist doch tot“, ruft ein Möckmühler dazwischen und spricht von leeren Schaufenstern. Heftiger Widerspruch kommt von Mitgliedern des örtlichen Handels- und Gewerbevereins (HGV). 41 Einzelhändler und Dienstleister – vom Hotel über den Bäcker bis zum Frisör – halten dort die Stellung, erklärt HGV-Chef Andreas Capelle mit Blick auf eine Liste. Deren Anstrengungen und Engagement streicht Anke Kirchner heraus: „Es sind viele aktive Einzelhändler.“ Und sie wünscht sich eine positivere Berichterstattung in der Zeitung.

Dass ein Markt am diskutierten Standort den Einzelhändlern mehr Laufkundschaft bringt, stößt bei Harald Hitzler auf Skepsis. „Ich glaube nicht, dass er ein Frequenzbringer sein wird.“ Anderslautende Aussagen eines Gutachtens zweifelt er an. Hitzler sieht es von der praktischen Seite: Wenn ein Kunde alles in einem Vollsortimenter kaufen könne, lasse er das Angebot nicht links liegen, um sich auf den Weg zu einem Laden in der Innenstadt zu machen. Haben Verwaltung und Gemeinderat die Altstadt in der Vergangenheit „sträflich vernachlässigt“? Bürgermeister Ulrich Stammer weist die Kritik von sich. Bewusst habe man sich entschieden, dort publikumswirksame Einrichtungen unterzubringen: Mediathek, Musikschule, Haus der Familie oder das Knurps-Puppentheater. „Wir tun alles in unserer Macht Stehende, um die Innenstadt zu stärken“, betont Stammer.

Filetstück

Nein zum Supermarkt auf dem Bauhof-Areal sagt Volker Kern. „Dafür ist das Gelände doch viel zu schade“, hält er den Befürwortern entgegen. Auf diesem städtischen Grund und Boden, einem „Filetstück“, kann sich Kern allenfalls eine Stadthalle vorstellen. Die stadtgeschichtliche Bedeutung des Geländes führt Andreas Kraft ins Feld. Dort, wo Seckach und Jagst zusammenfließen, sei „Möckmühl noch am meisten Möckmühl“. In jedem Buch lasse sich darüber nachlesen. Das Zusammentreffen der beiden Flüsse an dieser Stelle mache einen Teil von Möckmühls Identität aus. Eine parkähnliche Gestaltung des Areals – das fordern die Gegner des Markts an diesem Standort.

Auf das frühe Stadium der Planung verweist Bürgermeister Stammer. Ob das Gelände als Markt-Standort überhaupt infrage kommt, wird den Gemeinderat demnächst beschäftigen: Noch sind zum Beispiel Fragen zur Verkehrsanbindung oder zum Hochwasserschutz zu klären.

24.06.2009


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