Chefredakteur diskutiert mit Bürgern
Lokalpolitische Themen und die Meinung der Leser stehen im Mittelpunkt des Interesses, wenn Stimme-Chefredakteur Uwe Heer bei seiner Lokaltour in den Kommunen in der Region zu Gast ist.- Artikel
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Bürger sparen nicht mit Kritik
Von Juergen Koch
Waldenburg - Nein, mit Kritik sparen die Waldenburger nicht, wenn sie denn mal Gelegenheit haben, mit dem Chefredakteur ihrer Tageszeitung zu diskutieren. Da spricht Otto Leidig schon mal von „Brunnenvergiftung“ und „Meinungsmache“ und meint damit die HZ-Berichterstattung in Sachen Hallenbad und Hotel-Erweiterung. Andere wie Hartmut Binkowski kommen zum gegenteiligen Ergebnis und sind „dankbar, dass die Medien so viel Freiheit der Berichterstattung haben“.
Hautnah
Kurzum: Bei seiner Lokaltour im Bergstüble – Station acht von 78 im Verbreitungsgebiet der Heilbronner Stimme, Hohenloher Zeitung und Kraichgau Stimme – wurde Uwe Ralf Heer am Freitag hautnah mit der ganzen Palette kontroverser Themen und Meinungen konfrontiert, die den Waldenburgern auf den Nägeln brennen. Viele der gut 30 Bürger nahmen Heers Aufforderung an, „frei von der Leber weg loszuschießen“. Immer wieder ging es dabei auch um die Frage: Wie weit darf die Presse gehen, wie kritisch darf und soll sie berichten?
Zunächst bricht Uwe Ralf Heer eine Lanze für Meinungspluralismus und für die sogenannte „lokale Wächterfunktion der Tageszeitung“. Sprich: „Verschiedene Meinungen zu Wort kommen lassen“ und „offen Dinge aussprechen, die nicht so laufen, wie sie laufen sollen“. Dass die HZ „ausgewogen berichtet“, belegt er mit einer unabhängigen Leserbefragung. „83 Prozent halten die HZ für eine politisch in der Mitte orientierte Tageszeitung“, so der Chefredakteur.
Die von Heer reklamierte Ausgewogenheit stellt Ex-Gemeinderat Friedhelm Baas zumindest beim Thema Hallenbad in Frage. „Von wem wird die HZ geritten, dass sie versucht, dem Gemeinderat ein schlechtes Gewissen wegen seines Hallenbad-Beschlusses einzureden“, kritisiert er und weist auf den enormen Zuschussbedarf eines Bades hin. Zur Erinnerung: Gegen Nachzahlung von einer Million Euro auf den Kaufpreis der Stadthalle wurde die Firma Würth aus der Vertragspflicht entlassen, im geplanten Erweiterungsbau des Panoramahotels ein Lehrschwimmbecken zu bauen.
Kritik übt auch Gemeinderat Rainer Ott. Sein Beispiel: Beim Thema betreutes Wohnen im Kurpark habe die „Presse Stimmung gemacht“ gegen das Projekt. Das will der Chefredakteur dann doch nicht so stehen lassen. „Ich stehe zu jedem Fehler, den unser Haus macht, aber Meinungsmache gibt es in unserer Redaktion nicht“, betont er.
Offenes Ohr
Aus der Nachbargemeinde Westernach ist Ingrid Wahl zur Lokaltour gekommen. Sie freut sich, „dass die HZ immer wieder Diskussionen anstößt“. Ihr Anliegen: „Auf den SWR-Sender darf kein Mobilfunk drauf.“ Dass der HZ auch künftig der Stoff nicht ausgehen wird, zeigt die Lokaltour an vielen weiteren Themen. So ist für Joachim Hammesfahr „schnelles Internet“ eine wichtige Aufgabe für den neuen Gemeinderat. Karin Brenner vermisst eine „breite Diskussion, ob wir in Waldenburg das neue Baugebiet Burgersee/Weide brauchen“ und kritisiert, dass „die Innenstadt so langsam ausstirbt“. Ute Nied fürchtet, „dass die ärztliche Versorgung nach und nach abbricht“, während Rainer Ott in einer aktuellen Bauvor- anfrage für ein Pflegeheim mit Ärztehaus eine Perspektive sieht.
Heers Fazit nach der „anregenden“ Diskussion: „Wir müssen uns als Tageszeitung den Themen genauso stellen wie die Protagonisten vor Ort und haben immer ein offenes Ohr.“
Hautnah
Kurzum: Bei seiner Lokaltour im Bergstüble – Station acht von 78 im Verbreitungsgebiet der Heilbronner Stimme, Hohenloher Zeitung und Kraichgau Stimme – wurde Uwe Ralf Heer am Freitag hautnah mit der ganzen Palette kontroverser Themen und Meinungen konfrontiert, die den Waldenburgern auf den Nägeln brennen. Viele der gut 30 Bürger nahmen Heers Aufforderung an, „frei von der Leber weg loszuschießen“. Immer wieder ging es dabei auch um die Frage: Wie weit darf die Presse gehen, wie kritisch darf und soll sie berichten?
Zunächst bricht Uwe Ralf Heer eine Lanze für Meinungspluralismus und für die sogenannte „lokale Wächterfunktion der Tageszeitung“. Sprich: „Verschiedene Meinungen zu Wort kommen lassen“ und „offen Dinge aussprechen, die nicht so laufen, wie sie laufen sollen“. Dass die HZ „ausgewogen berichtet“, belegt er mit einer unabhängigen Leserbefragung. „83 Prozent halten die HZ für eine politisch in der Mitte orientierte Tageszeitung“, so der Chefredakteur.
Die von Heer reklamierte Ausgewogenheit stellt Ex-Gemeinderat Friedhelm Baas zumindest beim Thema Hallenbad in Frage. „Von wem wird die HZ geritten, dass sie versucht, dem Gemeinderat ein schlechtes Gewissen wegen seines Hallenbad-Beschlusses einzureden“, kritisiert er und weist auf den enormen Zuschussbedarf eines Bades hin. Zur Erinnerung: Gegen Nachzahlung von einer Million Euro auf den Kaufpreis der Stadthalle wurde die Firma Würth aus der Vertragspflicht entlassen, im geplanten Erweiterungsbau des Panoramahotels ein Lehrschwimmbecken zu bauen.
Kritik übt auch Gemeinderat Rainer Ott. Sein Beispiel: Beim Thema betreutes Wohnen im Kurpark habe die „Presse Stimmung gemacht“ gegen das Projekt. Das will der Chefredakteur dann doch nicht so stehen lassen. „Ich stehe zu jedem Fehler, den unser Haus macht, aber Meinungsmache gibt es in unserer Redaktion nicht“, betont er.
Offenes Ohr
Aus der Nachbargemeinde Westernach ist Ingrid Wahl zur Lokaltour gekommen. Sie freut sich, „dass die HZ immer wieder Diskussionen anstößt“. Ihr Anliegen: „Auf den SWR-Sender darf kein Mobilfunk drauf.“ Dass der HZ auch künftig der Stoff nicht ausgehen wird, zeigt die Lokaltour an vielen weiteren Themen. So ist für Joachim Hammesfahr „schnelles Internet“ eine wichtige Aufgabe für den neuen Gemeinderat. Karin Brenner vermisst eine „breite Diskussion, ob wir in Waldenburg das neue Baugebiet Burgersee/Weide brauchen“ und kritisiert, dass „die Innenstadt so langsam ausstirbt“. Ute Nied fürchtet, „dass die ärztliche Versorgung nach und nach abbricht“, während Rainer Ott in einer aktuellen Bauvor- anfrage für ein Pflegeheim mit Ärztehaus eine Perspektive sieht.
Heers Fazit nach der „anregenden“ Diskussion: „Wir müssen uns als Tageszeitung den Themen genauso stellen wie die Protagonisten vor Ort und haben immer ein offenes Ohr.“
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