Chefredakteur diskutiert mit Bürgern


Uwe Ralf Heer Lokalpolitische Themen und die Meinung der Leser stehen im Mittelpunkt des Interesses, wenn Stimme-Chefredakteur Uwe Heer bei seiner Lokaltour in den Kommunen in der Region zu Gast ist.






Abend ehrlicher Worte

Von Simon Gajer

Abend ehrlicher Worte
In lockerer Atmosphäre spricht Chefredakteur Uwe Ralf Heer mit Lesern, Kommunalpolitikern und Vertretern der Verwaltung (von links): Gerhard Grolig, Peter Thalmann, Peter Wieser, Eduard Muckle, Hartmut Kächele und Oliver Kohler.Foto: Hettich 
Eppingen - Wünsche, Sorgen, Nöte, Kritik: Darum geht es bei der Lokaltour des Stimme-Chefredakteurs Uwe Ralf Heer, in der er vor Ort mit Lesern unserer Zeitung diskutiert. Am Donnerstag stand er knapp 20 Interessierten in der Gaststätte Palme Rede und Antwort bei Fragen zur Zeitung, stellte das Medienunternehmen mit seinen Produkten vor und hakte bei Kommunalpolitikern sowie Vertretern der Verwaltung nach.

Verwurzelt

Es wurde ein Abend ehrlicher Worte. Heer stellte die Weiterentwicklung der Zeitung vor, sprach zugleich über die Wächterfunktion („Eine Lokalzeitung kann nie Kumpel sein“) sowie das Selbstverständnis („Wir fühlen uns verwurzelt in der Region“) und die Meinungsvielfalt in der Zeitung („Jeder darf seine Meinung im Kommentar haben“).

In lockerer Runde griff er lokale Themen auf, wie etwa die Verkehrssituation in der Kernstadt. Es ging um die Gastronomieszene, wo der Andys-Wirt Apostolos Maragozis um seine Existenz fürchtet, weil Parkplätze wegfallen. Im Gespräch mit Heer wunderte sich Oliver Kohler über diese Aussage. Als Außenstehender habe er aber auch den Eindruck, dass die Stadt kein Interesse daran habe, den Szenewirt in der Fachwerkstadt zu halten. „Er macht in Eppingen einen tollen Job“, lobte jedoch Wirtschaftsförderer Peter Thalmann den Gastronomen. Allerdings seien der Stadt die Hände gebunden, wenn Gebäudeeigentümer und Pächter verhandeln.

„Eppingen verkauft sich unter Wert“, glaubt Bürger Frank Stroh. Die Stadt könne mehr aus der Altstadt machen, dafür müsse sie die Autos aus dem Rund verbannen. Edmund Kiehnle fand dagegen: „Wir leben im 21. Jahrhundert“, und da gehe es ohne Auto nicht.
Sensibler Bereich Stadtrat Hartmut Kächele kennt diese verfahrenen Diskussionen. „Der Verkehr ist ein sehr sensibles Thema“, zumal ein Konzept sowohl Wohnen als auch Geschäfte und Tourismus für die Innenstadt vorsieht. Kompromisse seien deshalb erforderlich, um diesen Zielgruppen gerecht zu werden. „Alles drei muss harmonieren.“ Klaus Scherer, Stadtrat und Vorsitzender des Handels- und Gewerbevereins, stimmte zu und verglich Eppingen mit Großstädten. Dort laufe man gern mehrere hundert Meter zum Einkaufen, in Eppingen aber nicht.

Gemeinderatskollege Peter Wieser hoffte trotzdem, dass sich mehr Menschen aufs Fahrrad setzen, während Gerhard Grolig der einzige Stadtratsverfechter in der Runde war, der sich sofort eine ganz autofreie Altstadt wünscht. Peter Thalmann sieht das Ende der Verkehrsdiskussion nicht. Nach und nach würden weitere Maßnahmen ergriffen. Er sah die Stimme in den kommenden Monaten in einer wichtigen Funktion: Kommunale Finanzen brechen ein, die Wohlfühlzeit ende. Die Leute seien deshalb kritischer, und das sei eine Chance für die Tageszeitung.

31.10.2009


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