Mit der Reinheit der erfahrenen Flötistin

Das Kammerorchester im Kurhaus mit Mozart und Johann Michael Haydn

Von Traudl Stocker

 Zum Abschluss der Konzertreihe des Kammerorchesters Bad Rappenau sowie des Mozartjahres bot die Klangvereinigung unter der Leitung von Andreas Schmid ein wohlgefälliges Konzert im Kurhaus Bad Rappenau.

Schmid hat das Laienorchester, dessen Musiker meist in bürgerlichen Berufen arbeiten, mit Geduld zu einem einheitlichen Orchester zusammengeschweißt. Sein Dirigat kommt ohne Sich-in-Szene-setzen aus. Vielmehr scheint die ruhige Führung den Musikern zu bestätigen, dass sie der Aufgabe gewachsen sind.

Den Mozart-Werken war die Sinfonia D-Dur von Johann Michael Haydn (1737-1806) vorangestellt. Sie wurde erst 1961 von H.C.Robins Landon, einem Kenner der Wiener Klassik, herausgegeben. Johann Michael hätte es wie sein älterer Bruder Joseph zu Ruhm bringen können, doch er scheute die Öffentlichkeit. Das akribisch musizierende Kammerorchester entwickelte die Ecksätze in pulsierender Frische, den klangschönen Mittelsatz formte es zum Herzstück der Sinfonia.

Mit der Flötistin Anke Palmer gewann das Konzert an Farbe. Ihr Part in Mozarts Konzert für Flöte und Orchester besaß die Reinheit der erfahrenen Künstlerin. Die leichte „Ansprache“ bei der Tongebung war ein Vorzug, den sie in den unterschiedlichen Sätzen effektvoll einsetzte. Ob nun im festlichen Allegro maestoso, im elegischen Adagio oder heiteren Rondeau, Palmers sensibles Flötespiel fesselte stets die Sinne.

Die nächste Solistin, Martina Stork-Freiberger, trug ihr Instrument in der Kehle. In Mozarts Motette für Sopran und Orchester „Exsultate, jubilate“ überzeugte sie mit kraftvoller Stimmbeweglichkeit. Leider wirkten manche Koloraturen in exponierter Lage weniger geschmeidig. Zuletzt spielte das Kammerorchester Mozarts Jugend-Sinfonie in A-Dur in feindynamischer Ausformung der vier Sätze.