Ein neues Fundament

Von unserem Redakteur Uwe Grosser

Ein neues Fundament
Wohin der Weg des WKO führen soll, ist klar: an die Spitze der Kammerorchester in Deutschland.Foto: Studio M42 

Heilbronn - Die Vorarbeiten sind abgeschlossen, jetzt soll ein Knopf dran. Ein halbes Jahr ist es her, dass der Trägerverein des Württembergischen Kammerorchesters (WKO) bei seiner Mitgliederversammlung mit 70 Prozent der abgegebenen Stimmen beschlossen hat, die Übertragung der Trägerschaft auf eine Stiftung einzuleiten. Heute Abend ist Gründungsversammlung, um die Stiftung Württembergisches Kammerorchester Heilbronn aus der Taufe zu heben.

Geldgeber

20 Firmen und Privatleute aus der Region sind die Stifter. Zusammen bringen sie 135 000 Euro als Stiftungskapital auf, erhöht werden kann es jederzeit. Die beiden größten Geldgeber, Stadt und Land, die jährlich jeweils knapp 680 000 Euro zum WKO-Gesamtetat von 2,9 Millionen Euro beisteuern, gehören nicht dazu. Das Land beteiligt sich nicht an Stiftungsgründungen, die Stadt Heilbronn schließt sich dem an. Dennoch sollen beide dem Stiftungsrat angehören. Die Konsequenz war aber, dass jemand aus der Bürgerschaft das Heft in die Hand nehmen musste, um die Stiftung auf den Weg zu bringen.

Klaus Kölle war der Mann der Tat. Der Seniorchef der Firma Pflanzen Kölle und langjährige Konzertabonnent, der alljährlich die üppige Blumendeko für das Neujahrskonzert spendet, nahm Kontakt mit anderen potenziellen Stiftern auf und trieb die Sache voran. "Wir haben einen Schritt nach dem anderen getan", so Kölle im Gespräch mit unserer Zeitung. Dazu gehörte auch das Erstellen einer Stiftungssatzung. Stadt Land, Regierungspräsidium, selbst das Finanzamt wurden kontaktiert, um nichts falsch zu machen. In 14 Paragraphen sind jetzt alle Details formuliert.

In Paragraf 9 ist festgeschrieben, wie sich der Stiftungsrat, das wichtigste Organ, zusammensetzt: aus je einem Vertreter von Stadt und Land, dem Vorsitzenden des Fördervereins, in den der Orchesterverein noch umgewandelt werden muss, dem Vorsitzenden des Orchestervorstands, den die Musiker wählen müssen, und drei weiteren Vertretern. Einer davon wird Ralf Peter Beitner sein, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Heilbronn. Er soll heute auch zum Stiftungsratsvorsitzenden gewählt werden.

Enge Verbindung

Die Entscheidung, sich für das Ehrenamt zur Verfügung zu stellen, ist Beitner nicht schwer gefallen: "Es gibt ja traditionell eine enge Verbindung zwischen dem Kammerorchester und der Sparkasse." Die sponsert das WKO seit 2011 sogar mit vertraglich vereinbarten 55 000 Euro im Jahr, und sie unterstützt die von den Musikern organisierte Kammermusikreihe "Unter der Glaspyramide".

Dass Beitner künftig der starke Mann bei allen wichtigen Entscheidungen des WKO sein wird, ist ihm natürlich bewusst, dennoch ist er nicht der Typ, der gern die Muskeln spielen lässt: "Wir haben jetzt die Chance, einen zeitgemäßen institutionellen Rahmen zu schaffen, in dem die künstlerische Arbeit ihren Freiraum hat."

Zweites Organ ist der Stiftungsvorstand, der vom Stiftungsrat kontrolliert wird und laut Satzung aus "ein bis drei Mitgliedern" besteht. Dessen Vorsitzender ist automatisch der WKO-Geschäftsführer, seit 2006 ist das Frank Druschel.

Wenn die Stiftung ins Leben gerufen ist, muss als nächster Schritt die Trägerschaft des Orchesters vom Verein auf die Stiftung übertragen werden. Im März oder April will der Vereinsvorsitzende Lutz Wagner dazu eine Mitgliederversammlung einberufen.



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