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Ein Abend voll russischer Melancholie
Von unserer Mitarbeiterin Dörthe Thimm
Heilbronn - Eines muss man ihnen lassen: Die Sänger des Don-Kosaken-Chores lieferten mit ihrem Konzert in der Versöhnungskirche ein authentisches Bild ab. Die rund 60 Besucher erlebten die singenden Russen, so wie wir sie kennen: eben als äußerst lebensfrohe, aber auch als schwermütige Menschen. Diese zwei Seiten standen nun auf dem Programm.
Konzentriert Still gestanden: Mit hohlem Kreuz und dem Kinn auf der Brust stehen die sechs Sänger in ihrer Kosaken-Tracht nebeneinander. Sie verziehen dabei keine Miene, sondern wirken äußerst konzentriert. Links von ihnen passt Dirigent Viacheslav Yeromin mit seiner Stimmgabel in der Hand wie ein Fuchs auf, dass auch jeder Ton sitzt. Im ersten Teil werden ausschließlich Kirchenlieder präsentiert, allesamt auf russisch versteht sich, denn die singenden Kosaken sind der deutschen Sprache nicht mächtig. Zum Chor gehören insgesamt 20 Sänger. Allein in Deutschland geben sie in wechselnder Besetzung 160 Konzerte pro Jahr. Ihr musikalischer Leiter Maxim Kowalew hat dieses Mal "keine Lust zum Singen" und hält sich deshalb ganz dezent im Hintergrund.
Russisches Flair verbreitet sich immer mehr in der Kirche. Nach der Pause wirken die Tenöre etwas entspannter. Die Stimmung lockert sich auf, was auch an der Auswahl der Lieder liegt. Jetzt folgen die schwunghaften Volkslieder, die von der Liebe zu den Frauen und ihrem Land handeln. Nikolai Bykov, ein typischer Russe, sorgt mit seinem Akkordeon für Aufheiterung.
Wehmut
Beim anmutigen, lebensfrohen Kosakenmarsch erwacht das Publikum endgültig aus seiner Trance. Erst beim letzten Lied "Schneegestöber" verlangsamt sich das Tempo und die Wehmut schleicht sich wieder ein. Auch beim Publikum, darunter einige Deutsch-Russen, die leise mitsummen und von alten Zeiten träumen.
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