Am Puls der jazzenden Moderne

Von unserer Mitarbeiterin Susanne Walter

Am Puls der jazzenden Moderne
Saxofonist Evgeny Ring bot mit seinem Quartett feinste Kost.Foto: Walter 

Heilbronn - Der 23-jährige Evgeny Ring wird in Russland als Nachwuchs-Star gefeiert. Davon zeugen Preise, wie der Russische Jazz Award und der International Jazzcompetition Odessa/Ukraine. Beim Studium in Leipzig gründete er das Evgeny Ring Quartet mit Sascha Stiehler (Leipziger Jazzpreis, Internationaler Jazzpreis Straubing, Jüttingpreis), Philipp Rohmer (Leipziger Jazzpreis) und Dominique Ehlert (Solistenpreis Internationaler Jazzpreis Burghausen). Alle vier rennen mit sensiblem Zeitgeist-Jazz im Heilbronner Cave 61 offene Türen ein. Sie bringen kreativen frischen Wind mit, inspirieren sich schillernd gegenseitig und so fällt an manchem Tisch der Satz: "Das ist ja mal ganz was Anderes."

Klangmischungen

Intensiv in den Kontrasten, seien es die dynamischen oder der Gehalt an melodischer Dichte, liefern die vier Klangmischungen, individuell und emotional. Mehr noch versteht sich das Quartett als gleichberechtigte Partner, gerade so, wie es einst Joseph Haydn für das Streichquartett gefordert hat. Auch Querschläger Dominique Ehlert am Schlagzeug umgibt der Charme des Individualisten. Der russische Saxofonist Evgeny Ring aus Rostow am Don und seine Crew eröffnen Klangräume, die die jazzende Moderne neu definieren.

Meditativ

Mit viel Ironie begegnen sie der russischen Seele und laden doch zu einer Reise ein, die mit jazzigen Elementen versetzt, primär meditative Züge trägt. Statt Selbstverliebtheit schwingt der Übermut von vier Schelmen mit. Kabarett im Jazzclub, das sprengt Klischees und erspart den Zuhörern Mainstream-Verlegenheit. Nicht dass alte Standards gar kein Thema wären, doch filetiert und mit Eigenleben und lyrischer Melancholie angereichert, machen sie neuen Sinn.



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