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Kindermusical „Am Himmel geht ein Fenster auf“ im Deutschordensmünster

Von Monika Köhler

Der Bambinichor und die Kinder- und Jugendchöre Lauffen und Untergruppenbach mit viel Engagement.Foto: Monika Köhler

Heilbronn - Immer wieder wartet die Reihe „Magnificat“ im Deutschordensmünster St. Peter und Paul mit Überraschungen auf. Bei der 126. Ausgabe des monatlichen kirchenmusikalischen Abendlobs ist Chorleiterin Claudia Herter mit ihrem Bambinichor und den Kinder- und Jugendchören aus Lauffen und Untergruppenbach zu Gast: Mit dem Kindermusical „Am Himmel geht ein Fenster auf“ von Jörg Ehni und Uli Führe, mit dem die rund 30 Mitwirkenden zum „Fest der Taufe des Herrn“ das Ende des Weihnachtsfestkreises einläuten.

Schon vier Mal haben die jungen Darsteller und Sänger im Alter von fünf bis 14 Jahren das klingende Bühnenwerk im Raum Heilbronn und Ditzingen aufgeführt. Und auch im Deutschordensmünster verstehen sie, mit der mit Elan und Spieleifer erzählten Weihnachtsgeschichte im neuzeitlichen Gewand zu berühren: Florina (Vanessa Merk) kommt aus Albanien und lässt sich das Geschehen um Christi Geburt von Patrick (Alexander Maier) erzählen.

Herodes mit Handy Auf zwei Handlungsebenen erwecken die Kinder die Textstellen aus dem Lukasevangelium zum Leben und lassen Bilder entstehen, die in unsere Zeit passen: Da läuft eine Gruppe Reisender mit Koffern und Trolleys durch den Mittelgang, wenn König Augustus (Elisabeth Nosiadek) dazu auffordert, sich in Steuerlisten einzutragen. In heutiger Sprache, die für humorvolle Momente sorgt, bringt Maria (Jule Hölzgen) auf den Punkt, was auch für andere Lebensbereiche gilt: „Wenn der Kaiser die Kinder bekäme, wäre er nicht auf so eine blöde Idee gekommen.“ Und König Herodes (Desiree Möndel), der auf einer Sänfte hereingetragen wird, gibt über Handy seinem Geheimdienst den Befehl, das neugeborene Kind aufzuspüren.

Einfühlsam begleitet von Anna Pichler (Klavier) und Stefanie Reineke (Querflöte), die auch in den Zwischenspielen die passende Stimmung zaubern, werden die Geschehnisse in heiteren und melancholischen Melodien besungen.

Dabei überzeugen die Mitwirkenden in selbst arrangierten und genähten Kostümen nicht nur in den ein- und zweistimmigen Chorpassagen. Auch die schauspielerischen Leistungen und die solistischen Darbietungen von Augustus, Herodes, Maria und Josef (Lea Hölzgen) kommen gut an. Und dabei tritt noch ein anderer Aspekt zutage: Dass sich mit Blick auf Hungersnöte, Flüchtlingsdramen, Gewalt und Machtmissbrauch seit über 2000 Jahren kaum etwas geändert hat.