Ewige Hymnen der siebziger Jahre

Untergruppenbach  Shine On verzaubert mit Pink-Floyd-Songs 250 Fans auf Burg Stettenfels.

Von Uwe Deecke

Ewige Hymnen der siebziger Jahre

Technisch versiert präsentierte sich die fünfköpfige Gruppe Shine On im Gewölbekeller von Burg Stettenfels.

Foto: Uwe Deecke

Sie scheinen immer noch. Shine On spielen nicht viele Konzerte im Jahr, doch im Sommer sind sie stets auf einer kleinen Tour. Das mit Spannung erwartete Konzert zog auch in den Gewölbekeller rund 250 Fans der Musik von Pink Floyd.

Tribute-Band nennt man so was, und die fünf Musiker aus Süddeutschland und der Schweiz zollen ihren Helden von damals wirklich Respekt. Technik steht da an erster Stelle, denn die hatte Pink Floyd damals in der Musik revolutioniert mit Synthesizer, zahlreichen Effekten für die Gitarre und Samples, die sie in ihre psychedelisch angehauchten Progressive-Rock-Stücke mischten.

Fast wie Pink Floyd

So fangen die Fünf auch an, experimentierfreudig und mit viel Technikeinsatz beginnt das Gastspiel im Gewölbekeller, der es den Technikern nicht ganz leicht macht. "Time" aus dem Konzeptalbum "The Dark Side of the Moon" nimmt die meist etwas älteren Semester im Publikum mit auf die Zeitreise ins Jahr 1973. Und es ist schon beeindruckend, wie nah sie dabei ihren großen britischen Vorbildern kommen. Dabei belässt es Shine On nicht beim bloßen Kopieren der Songs, was schon anspruchsvoll genug wäre. Gern setzt Marquis de Shoelch an den Tasten auch alte Synthi-Sounds ein, die das Stück passend erweitern. Auf der anderen Seite ist es der Schweizer Günther Doblies, der aus seinen Gitarren viele Effekte zaubert und dem Floyd-Sound seinen Charakter gibt.

Auch solistisch überzeugend

Spartanisch sind die Ansagen von Sänger Peter Christeleit, der auch Gitarre spielt und die Zeitnot erklärt. Um elf Uhr müssen sie fertig sein, und so wird zwar schon um halb acht das Konzert begonnen, aber dennoch auf größere Pausen verzichtet. Denn sie haben sich einiges vorgenommen: Nicht nur Pink Floyd werden sie sich musikalisch widmen, sondern im letzten Set auch Deep Purple mit einigen Songs. Mit "Money" geht es weiter, rhythmisch schwierig und eine weitere Hymne von Pink Floyd, die damals die Charts stürmte. Auch das meistern die fünf Musiker gut, und jeder von ihnen bekommt sein Solo in dem langen Stück, das auch ohne Saxofon und dafür mit Keyboard auskommt. Verspielt ist Doblies, wenn er in seinen virtuosen Soli auch mal Ausflüge zu James-Bond-Themen oder später auch Beatles-Songs unternimmt. Und auch wenn es mit "Echoes" noch tiefer in Bandgeschichte der Briten geht. Dann wird es schwierig für den Karlsruher Schlagzeugerersatz, den sie heute haben und der sich vorab für die wenigen Tage Vorbereitung entschuldigt. "Welcome to the Machine" meistert er aber ebenso gut wie die späteren Floyd-Hits wie "Wish You Were Here" oder "Another Brick In The Wall", bei dem das Publikum mitsingt und mitklatscht.

Eine Spur härter beenden sie ihren Stettenfels-Auftritt im dritten Teil mit Deep-Purple-Songs wie "Black Night" oder "Smoke on the Water", was sich mancher sicher lauter gewünscht hätte. Viel Applaus nach dieser Zeitreise, die lange dauerte und von den meisten hier sicher gerne wieder gebucht wird.