Theater Heilbronn erhöht Preise und bietet Rabatte

Heilbronn  Leichte Preiserhöhungen für Musikproduktionen, Tanzgastspiele und Schauspiel im Großen Haus und ein neu gestaffeltes Rabattsystem für Abonnenten mit bis zu 30 Prozent winkten gestern die Mitglieder im Verwaltungsausschuss des Heilbronner Gemeinderats durch.

Von Claudia Ihlefeld

Weil sich die Einkaufspreise und Aufwendungen bei Gastspielen wie so vieles im Leben erhöhen und um Abonnenten einen finanziellen Anreiz zu bieten, sich für mehrere Veranstaltungen ans Stadttheater zu binden, wird die Tarifordnung ab 1.?September geändert.

Um zwei Euro in der höchsten Preisklasse, das heißt von 36 auf 38 Euro, erhöht sich der Eintritt für Musiktheatergastspiele, der niedrigste Preis bleibt mit zehn Euro unverändert. Zum Vergleich mit anderen Städten: 34,50 Euro beträgt die teuerste Karte in Pforzheim, 35,25 Euro in Kaiserslautern, 37 Euro in Würzburg, 40 in Heidelberg und 44 in Ulm. Die günstigsten Karten in den vergleichbaren Theatern kosten zwischen neun (Heidelberg) und 18,50 Euro (Kaiserslautern).

 Preise für die Boxx bleiben unverändert 

Auch beim Schauspiel liegen die Preise in Heilbronn im moderaten Mittelfeld und werden von 26 auf 28 Euro erhöht, der günstigste Eintritt von sieben Euro bleibt erhalten. Für die Karten der ersten Kategorie zahlt man etwa in Heidelberg 38 Euro.

Unverändert bleiben die Preise für die Boxx mit 14 Euro für Erwachsene, ermäßigt sieben Euro, ebenso die Komödienhauseintritte zwischen 17 und 26 Euro, ermäßigt zwischen neun und 13 Euro.

Weitere Neuregelungen

Die Preiskategorien werden im Großen Haus von vier auf fünf erweitert, die begehrte Sitzreihe acht mit Beinfreiheit wird bis auf jeweils vier Randplätze in die Preiskategorie eins plus überführt. Auf Eintrittskarten an der Abendkasse wird ein Aufschlag von einem Euro erhoben. Das Ticket für das Weihnachtsmärchen wird für Kinder und Jugendliche um einen Euro auf sieben erhöht. Für Stadtrat Karl-Heinz Kimmerle (Grüne), der einzige Punkt, den er nicht mittragen möchte.

Der Antrag seiner Fraktion, diese Preiserhöhung zu kippen, wurde mit neun Gegenstimmen bei fünf Befürwortern abgelehnt, wenngleich Malte Höch (Freie Wähler) Kimmerles Vorschlag "charmant" findet: um ein Zeichen zu setzen als kinderfreundliche Stadt.

Ihrer Wertschätzung für das Heilbronner Theater verliehen die Räte quer durch die Fraktionen im Verwaltungsausschuss Ausdruck, das rechtfertige die Tarifänderungen, was Rainer Hinderer (SPD) mit "gutem Gewissen" vertreten kann.

Allerdings stört sich Gisela Käfer (CDU) daran, dass spontane Theatergänger künftig an der Abendkasse einen Aufpreis von einem Euro zahlen müssen. Als an "vielen Häusern völlig normal" bezeichnet Intendant Axel Vornam die Maßnahme, die dem Theater zudem bessere Planungsmöglichkeiten böte.