Ralf Schmitz im Interview: In der Schule fing es an

Interview  Unter den deutschen Comedians ist er der Flummi: So quirlig und munter wie Ralf Schmitz zappelt kein Zweiter über die Bühnen der Republik. Bald tut er das auch in Heilbronn.

Von Benjamin Richter

In der Schule fing es an

War schon in der Schule nicht gerade der Phlegmatischste: Ralf Schmitz.

Foto: privat

 

In seinem aktuellen Programm "Schmitzenklasse" dreht sich alles um die Schulzeit. Am 26. Januar kommt Schmitz in die Heilbronner Harmonie − und will die Lieblingsfächer seiner Zuschauer wissen.

Herr Schmitz, was hat Sie dazu bewegt, eine Show zum Thema Schulzeit zusammenzustellen?

Ralf Schmitz: Das hat sich einfach ergeben. Ich arbeite bei den Titeln meiner Shows gerne mit Wortspielereien mit meinem Nachnamen. Irgendwann kam mir die Idee zu "Schmitzenklasse". Ich merkte, dass man das ja auf die Schule beziehen kann. Dann habe ich mich mit ein paar Freunden zusammengesetzt und uns sind wahnsinnig viele Sachen aus gemeinsamen Unterrichtsstunden und von teils anstrengenden Lehrern eingefallen.
 

Wie immer lebt Ihr Programm von Improvisationen. Waren Sie in der Schule Ihren Lehrern gegenüber auch schon so schlagfertig?

Schmitz: Es gibt tatsächlich den einen oder anderen Klassenbucheintrag deswegen. Die Einträge hätte ich gern noch mal eingesehen, aber leider war das nicht möglich. Jedenfalls kann man sagen, dass ich schon während meiner Schulzeit nicht gerade der Phlegmatischste war.
 

Können Sie zum Inhalt von "Schmitzenklasse" noch ein bisschen mehr verraten?

Schmitz: Das Programm besteht aus ganz viel Improvisation − sie macht über die Hälfte der Show aus. Auch dieser Teil wird diesmal das Thema Schule haben. Dann entsteht aus Zurufen aus dem Zuschauerraum etwa ein Action-Film, der in der Schule spielt. Die andere Hälfte bringe ich aus meiner persönlichen Schulwelt mit. Eine Idee ist, die Bibelgeschichte in TV-Programmen zu erzählen, bei denen die Zuschauer weiterzappen können.
 

Sie haben in Ihrer Jugend eine Schauspiel- und eine klassische Tanzausbildung gemacht und auch Gesangsunterricht genommen. Was gab für Sie den Ausschlag, Comedian zu werden?

Schmitz: In meiner Schulzeit gab es einen Schlüsselmoment: Unsere Oberstufe spielte Shakespeares "Sommernachtstraum". Ich fand die Rolle von Puck, dem Waldgeist, ganz toll. Die Rolle bekam ich aber nicht, sondern die von einem Handwerker, der in dem Stück nur eine kleine Nebenrolle spielt. Die Rolle ist an sich mit Slapstick-Einlagen lustig angelegt. Ich habe diese Teile aber immer weiter in die Länge gezogen, weil ich gemerkt habe, dass das beim Publikum gut ankommt. Es war so schön, Leute zum Lachen zu bringen, etwa mit dem falschen Knöpfen einer Jacke.
 

Haben Sie Vorbilder als Comedian?

Schmitz: Ja, ich finde Jerry Lewis richtig toll, und Heinz Erhardt. Ich glaube, da bin ich ein bisschen von meiner Oma geprägt, die sich diese alten Komiker immer angeschaut hat. Ich fand das toll, dass die sich nie verstellt haben, sondern immer bei sich geblieben sind. Das waren die Komiker meiner Kindheit.
 

Würden Sie sagen, dass der Stil dieser Klassiker der Comedy einen Einfluss auf Ihre Programme gehabt hat?

Schmitz: Ich würde schon sagen, dass ich da etwas mitgenommen habe. Nehmen wir zum Beispiel Jerry Lewis: In seinen Filmen ist er mit den Slapstick-Einlagen oft unglaublich albern, in anderen Momenten aber ganz ruhig, sagen wir mal, wie ein "normaler" Mensch. Ich bewundere diesen Facettenreichtum, das Sich-nicht-beschränken-Müssen.

Show-Termin in Heilbronn

Ralf Schmitz kommt mit seinem Programm "Schmitzenklasse" am Freitag, 26. Januar, 20 Uhr, in die Harmonie. Karten gibt es ab 29,55 Euro im Online-Vorverkauf.