Lauffener Orgelbaumeister hofft auf Schub für die Branche

Region  Die Tradition von Orgelbau und Orgelmusik in Deutschland wurde von der Unesco in die Liste des immateriellen Erbes der Menschheit aufgenommen. Der Lauffener Orgelbaumeister Philipp Neßling hofft nun, dass sich die öffentliche Hand künftig stärker um die Pflege des Kulturguts kümmert.

Von Uwe Grosser

Philipp Neßling ist Geschäftsführer der Lauffener Orgelbaufirma Rensch.

Die Nachricht hat ihn auf der Baustelle erreicht. In der evangelischen Kirche auf dem Künzelsauer Friedhof baut die Lauffener Orgelbaufirma Rensch gerade eine neue Orgel ein, Geschäftsführer Philipp Neßling ist natürlich vor Ort dabei.

Die Aufnahme von Orgelbau und Orgelmusik auf die Unesco-Liste des immateriellen Erbes der Menschheit findet der Orgelbaumeister „hervorragend für die gesamte Branche“. Schließlich sei der Orgelbau „nur ein kleiner Zweig, den es aber seit Jahrhunderten gibt“. Mit der Auszeichnung verbindet er eine klare Hoffnung: „Der Orgelbau ist nicht gerade eine Branche, die boomt. Umso wichtiger ist es, dass jetzt mal ein Zeichen gesetzt wird.“

Die allermeisten der rund 50.000 Orgeln in Deutschland sind Eigentum der Kirchengemeinden. Neßling: „Ich denke, dass die öffentliche Hand sich künftig stärker beteiligen muss, um dieses Kulturgut zu pflegen.“ Vor allem historische Orgeln sind zum Teil in einem bedauernswerten Zustand. „Da steht der Staat jetzt in der Verantwortung“, ist Neßlings Überzeugung.

Die Künzelsauer Rensch-Orgel ist übrigens entsprechend der Kirchengröße ein recht kleines Instrument mit 13 Registern. Neßling: „Da haben wir ein völlig neues Klangkonzept verfolgt für Trauerfeiern.“ Der Klang ist sehr grundtönig, „also total romantisch“, so der Fachmann.