Die Stunden vor dem Anschlag

Theater  Jan Neumanns „Fundament“ feierte am Freitagabend im Großen Haus des Theaters eine gelungene Premiere. Das Stück in der Regie von Uta Koschel behandelt die letzten Stunden im Leben von fünf Menschen - ehe sie Opfer eines Anschlags werden.

Von Uwe Grosser

Hat das Leben einen Wert? Welchen? Welches gelebte Leben ist das sinnvolle, das bessere? Jan Neumann stellt in seinem Stück „Fundament“ fünf Menschen, die nichts miteinander zu tun haben, ins Zentrum. Er begleitet ihre letzten Stunden, ehe sie Opfer eines Anschlags in einem Bahnhof werden.

In der Regie von Uta Koschel entsteht im Theater Heilbronn auf der Bühne des Großen Hauses ein Panoptikum an Lebenswirklichkeiten, wie sie alltäglich sind, und doch in der dramatischen Verdichtung befremdlich wirken. Gestützt auf ein großartig agierendes Ensemble, gelingt der Heilbronner Hausregisseurin eine Inszenierung, die, ganz konzentriert auf die Schauspieler, emotional fesselt, intellektuell fordert, aber auch den Schwächen, die im Stück stecken, erliegt.

Doch die starken Szenen überwiegen in diesem Episodenstück, das nach eindreiviertel Stunden vom Premierenpublikum mit minutenlangem rhythmischen Klatschen belohnt wurde.
Eine ausführliche Besprechung folgt.