Abend der hundert Möglichkeiten

Heilbronn  "Die Auswahl zwischen Kunst, Musik, Tanz, Theater und vielen anderen tollen Angeboten fällt sicherlich schwer", prophezeit Oberbürgermeister Harry Mergel vor der Langen Nacht der Kultur. Er könnte Recht behalten.

Von Benjamin Richter

Abend der hundert Möglichkeiten
Charlotte Mischler, Leiterin der Kulturabteilung des Heilbronner Schul-, Kultur- und Sportamtes und Heike Mühl (Städtische Museen) präsentieren das Plakat. Foto: privat

Am Samstag, 7. Oktober, müssen sich Besucher in der Heilbronner Innenstadt zwischen über 100 Programmpunkten an mehr als 30 Orten entscheiden. Zwischen 17 und 23 Uhr können davon zwar mehrere besucht werden, aber gewiss nicht alle.

Das Rathaus, in dem Mergel und Bürgermeisterin Agnes Christner die Kulturnacht eröffnen werden, verwandelt sich in eine interkulturelle Plattform mit Beiträgen aus aller Welt. Im Foyer folgt auf eine brasilianische Tanzshow ein afrikanischer Gospelchor, später am Abend werden indische Tänze gezeigt. Im kleinen Ratssaal singt ein aramäischer Mädchenchor, und der Vortrag "Knigge auf Reisen" gibt Gästen Tipps an die Hand, wie sie interkulturelle Fettnäpfchen vermeiden.

Geschichte der Stadt mit Spielfilmelementen

Im Arthaus-Kino zeigen das Stadtarchiv und das Heilbronner Kreativstudio Magmell zur Premiere sechs Mal hintereinander den neuen Film "Heilbronn. Geschichte einer Stadt". Bei der allerersten Vorführung um 18 Uhr führen die Macher in das 26-minütige Werk ein, das die Geschichte der Stadt mit Spielfilmelementen greifbar macht.

Ganz gemütlich können es sich Besucher in der Stadtbibliothek im K3 machen. Von 19 bis 22 Uhr kann bei einem Glas Wein geschmökert werden, und jeweils zur vollen Stunde präsentiert das Stuttgarter Trio Die Mobilettes literarisch-musikalische Leckerbissen rund um die Liebe.

Jiddische Lieder und No-Budget-Kurzfilme

Als Projektpartner haben die Veranstalter, also das Schul-, Kultur- und Sportamt der Stadt und die Städtischen Museen, die Kulturstiftung der Kreissparkasse gewonnen. Die öffnet im Rahmen der Kulturnacht in elf Einrichtungen die Pforten zur "Crosskulturale", bei der Künstler aus der freien Kulturszene an ungewöhnlichen Orten auftreten können. Die Lauffener Klezmergruppe Homentaschn etwa gibt im Heinrich-Fries-Haus jiddische Lieder zum Besten, während an der Inselspitze ab 19.30 Uhr ein Best of der internationalen Low- oder No-Budget-Kurzfilme gezeigt wird.

Wie Fotografie einen Beitrag zur Integration leisten kann, machen die Präsentationen von zwei Workshops mit Geflüchteten im Kulturwerkhaus Zigarre deutlich. Und um 23 Uhr ist noch lange nicht Schluss: Im Wilhelm-Waiblinger-Haus geht die After-Party dann nämlich erst los. Wer bis drei Uhr morgens durchhalten will, sollte vorher gut ausschlafen.

Programmheft

Das Programmheft ist in allen teilnehmenden Institutionen erhältlich. Auch online können Interessierte es abrufen unter www.heilbronn.de/kulturnacht.