Stetes Ringen um Toleranz

Von Monika Köhler

Zahlreiche Gäste kamen zur Eröffnung der Kunst-Etage K55 des Künstlerbunds und zur Vernissage der inspirierenden ersten Ausstellung „Tanz“ in der Heilbronner Karlstraße 55.Foto: Monika Köhler

Heilbronn - Harry Mergel lässt sich bei der Einweihung der KunstEtage K55 des Künstlerbunds Heilbronn (KBH) zu einer zündenden Rede beflügeln: Umgeben von den Arbeiten der Eröffnungsausstellung „Tanz“ würdigt der Kulturbürgermeister das zum 60. Jubiläum 2009 „vorgezogene, angemessene Geburtstagsgeschenk“ als Teil eines künftigen „künstlerischen Dreigestirns in der Mitte Heilbronns“ neben Städtischen Museen und Kunsthalle.

Als Geschenk von der Stadt gibt es zur Eröffnung eine Erhöhung des Zuschusses von 3400 auf 8600 Euro, was dem scheidenden Theaterintendant Martin Roeder-Zerndt ein mildes Lächeln entlockt. Während Mergel die „wichtige Rolle“ des KBH im „steten Ringen um die Freiheit der Kunst und die Toleranz“, bei der „Unterstützung junger Künstler und als Stimme der Freischaffenden“ würdigt, freut sich der erste KBH-Vorsitzende Volkmar Köhler über die „topographische Bündelung mit Synergieeffekten“.

Barocke Hängung Solch positives Potenzial geht auch von den 70 Werken der Ausstellung aus, die in „barocker Hängung“ beste Möglichkeiten haben, miteinander in Dialog zu treten. Das gesamte künstlerische Spektrum des Vereins ist vertreten: Acryl- und, Ölmalerei, Gouache und Mischtechnik, Grafiken, luftige Papierreliefs, Holz- und Linolschnitte, Plastiken aus Ton und Bronze. Unter den 25 Mitgliedern, die hier die Bewegung des Tanzes in ihre individuelle künstlerische Sprache übersetzt haben, sind langjährige wie Alex Christmann und Rosemarie Gerst, die Großformate und Monotypien zeigen, sowie neue wie Crina Fleischmann, deren Wassergeist Rusalka mit Zartheit beeindruckt.

Kraftvolle Gemälde hängen bei intimen Ballettskizzen, grazile Posen stehen in starkem Kontrast zu dynamischen Linien, die erst auf den zweiten Blick Körperkonturen erkennen lassen. Zu den Klängen der Gruppe Hope So werden dekorative Figuren auf der Tanzfläche gesichtet. Und Leonore Welzin zeigt ein japanisches Tanzvideo von 1983, das in verzerrter Bild- und Tonqualität einen Hauch Mystik auf die Leinwand zaubert.

Eröffnungsausstellung „Tanz“ in der Kunst-Etage K55 des Künstlerbunds Heilbronn, Karlstraße 55. Dienstag, Donnerstag 15 bis 18 Uhr, Sonntag 14 bis 18 Uhr. Bis 15. Juni.


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