Spannung und Zauber

Wüstenrot - Diese Mischung gibt es nicht allzu oft und ist auch in dieser Konstellation nur wenige Male im Jahr zu hören: Mit dem Tuba Vibe Project holte man eine Berliner Jazzcombo nach Maienfels, die das Publikum im idyllischen Burghof schnell in ihren Bann zog.

Von Uwe Deecke

Spannung und Zauber

Das Tuba Vibes Project aus Berlin war in ungewöhnlicher Besetzung auf Burg Maienfels zu erleben.

Foto: Uwe Deecke

 

Wüstenrot - Diese Mischung gibt es nicht allzu oft und ist auch in dieser Konstellation nur wenige Male im Jahr zu hören: Mit dem Tuba Vibe Project holte man eine Berliner Jazzcombo nach Maienfels, die das Publikum im idyllischen Burghof schnell in ihren Bann zog.

Franz Bauer am Vibraphone ist nicht nur perkussiv beschäftigt, sondern ein Mann der leisen und auch schnellen Melodien. In seinem "Airdance" zeigt er das gleich zu Beginn, ein Stück das einstimmen soll auf eine stimmige Combo, die man da aus der Hauptstadt nach Burg Maienfels verpflichtet hat.

Einfallsreich

Caroline Körbel spielt am Schlagzeug sehr variabel und einfallsreich, sie findet auch stets die passende Lautstärke für die ausgefeilten Stücke der Band. Saxofonist Christof Griese ist für die einfühlsamen Soli verantwortlich und steuert viele selbst geschriebene Stücke wie sein "Indigo" bei. Schließlich ist mit Stefan Gocht ein Mann an der Tuba, der dem schweren Instrument scheinbar alles zu entlocken vermag. Zusammen passt das wunderbar und bietet eine spannende Begegnung dieser vier Instrumente, die immer wieder für Überraschungen gut ist.

Vor vielen Jahren sei sein Bassist ausgefallen, erzählt der beinahe schüchtern wirkende Griese in seiner Moderation. Er habe es probehalber mal mit der Tuba als Ersatz probiert und damit gleich eine ganz neue Konstellation im Jazz erfunden. Sie funktioniert auch an diesem Abend, wenn Stefan Gocht einen Walking Bass mit Leichtigkeit an der Tuba spielt, oder die passenden Bassläufe zu einem Bossa liefert. Alles ein Frage der Technik, mit der Gocht seinem Instrument auch mehrstimmiges entlockt − und auch das dazu gehörige Geheimnis verrät. Er steht einige Male im Mittelpunkt, aber noch mehr verzaubert dieses Vibraphon, das Franz Bauer in der Perfektion eines Mike Mainieri beherrscht. So erinnern auch manche Songs an den New Yorker Jazz- und Fusionmusiker.

Zugaben

Er geht unter die Haut, der Sound dieser vier Berliner. So sehr, dass es nicht bei einer Zugabe bleibt. Wo sie schon mal angereist sind, gibt es von der Combo gleich mehrere. Man will sie im nächsten Jahr wieder holen, völlig klar.