Mit der Lizenz zum Wischen und Klicken

Heilbronn  Heilbronn - Die Premiere vor der Premiere der Kammeroper "Minsk": Tweetup im Stadttheater.

Von Michaela Adick

Mit der Lizenz zum Wischen und Klicken

Wischen und tippen, klicken und fotografieren: 20 Twitterer begleiteten eine Probe der Kammeroper "Minsk" im Großen Haus des Stadttheaters.

Foto: Andreas Veigel

Heilbronn - Jetzt müssen alle ganz tapfer sein. Die Akteure auf der Bühne, die Theatermacher erst recht. Am Wochenende haben Anhänger des Twitter-Kults die Regie im Großen Haus des Stadttheaters übernommen, für ein Stündchen nur. Aber was für ein Stündchen.

Mit Argusaugen beobachtet von den Theatermachern, gefilmt von allerlei TV-Stationen. Eine Art Deutschlandpremiere einer Social Media Theateraktion ist über die Bühne gegangen. Und das weitgehend unter Ausschluss der Öffentlichkeit wie sie einst verstanden wurde.

Eindrücke

Tweetup nennt sich so etwas im befremdlichen Social Media Sprech. 20 Twitterer aus der ganzen Republik hatten sich dazu auf den Weg nach Heilbronn gemacht, um erste Eindrücke der Kammeroper "Minsk", einer Kooperation von Stadttheater und Württembergischem Kammerorchester, in alle Welt zu schicken. Noch kennt keiner die Musik von Ian Wilson, keiner das Libretto von Lavinia Greenlaw. Am 3. März findet die Uraufführung statt. Doch jetzt sollen die Twitterer Appetit auf die Aufführung machen. Eine kleine Lawine lostreten.

Konzentriert hängen die Social Media Freaks der ersten Stunde über ihren Tablet-Computern und Mobilfunkgeräten und tun nach Herzenslust das, was sonst bei Höchststrafe im Theater verboten ist. Sie wischen und tippen, klicken und knipsen, auf dass ihre Geräte glühen mögen. Und das tun sie auch. Mit 140 Zeichen erklären sie die Welt.