Kultfigur der Protestgeneration

Heilbronn  Was war das für ein Kauz, der damals mit seiner Folkmusik gegen das Establishment ansang? Hubertus Rösch spielt Bob Dylan.

Von Uwe Deecke

Was war das für ein Kauz, der damals mit seiner Folkmusik gegen das Establishment ansang? War er wirklich so politisch oder im Grunde ein Anführer, der nie einer sein wollte? In seinem Bob-Dylan-Programm nähert sich Hubertus Rösch in der Distel Litlounge dem Musiker und vielfachen Grammy-Gewinner mit vielen Songs und wenigen Texten. Der Sänger und Schauspieler versucht behutsam die Annäherung an den aus Minnesota stammenden Mann, der eigentlich Robert Allen Zimmerman heißt und ukrainisch-jüdische Wurzeln hat.

"The Times they are changin"" spielt er − wie auch viele andere Songs − nicht wie das Original, sondern er ändert die Einsätze und Längen. Und so sind es zwar Dylan-Songs, aber doch auch eigen interpretierte Stücke von die Rösch. Dylan selbst wollte irgendwann weg vom Protestler-Image und schrieb dazu den Song "It ain"t me Babe", den Johnny Cash coverte und berühmt machte. Auch bei "Hey Mr. Tambourine Man" ging der Erfolg zunächst an andere. Die Byrds landeten damit einen Welthit.

Dylan wurde ausgepfiffen als er sich dem Rock zuwandte und E-Gitarre spielte, doch er verbog sich nicht, machte statt dessen die Regler auf und spielte noch lauter. Erst nach seiner Scheidung in den Siebzigern erlebte er eine persönliche Wandlung, wandte sich dem Christentum zu und hatte seine Alkoholiker-Zeit. Auch von da hat Rösch Songs parat, die er mit Mundharmonika und Gitarre interpretiert. Mit dem passenden Titel "Going Going Gone" hört er auf, freilich kommt er nicht um Zugaben herum. Sie sind aus seinem eigenen Album, und musikalisch gar nicht weit weg von der Musik Dylans, die so viele immer noch anspricht.