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Alles Walzer beim Badischen Salonquartett
Von Monika Köhler
Bad Wimpfen - Kaffeehausatmosphäre umfängt die Besucher, die sich an Bistrotischen im Kursaal vom Badischen Salonquartett in die beschwingte Welt von Johann Strauß (Sohn) entführen lassen. „Ein ganzer Abend Strauß ist wie ein ganzer Abend in einer Chocolaterie“, hebt Martin Münch, Ensembleleiter und Organisator des Salonmusik-Festivals im Rahmen des Neckar-Musikfestivals, zum Vergleich an.
Er soll recht behalten: Angenehm wird „Ein Walzertraum“ auf der musikalischen Zunge zergehen. Und dabei wird es niemanden stören, dass das gewählte Motto des Abends gar nicht von Johann Strauß stammt, sondern der Name einer Operette von Oscar Straus ist. Von den über 170 Melodien des „Walzerkönigs“ im ¾-Takt hat das Quartett einige seiner schönsten ausgewählt.
Klanggemälde
Angeführt von der ersten Violine (Susanne Apfel) und weich untermalt vom Cello (Dorothea von Albrecht), schwebt der „Kaiserwalzer“ herein und entwickelt sich unter wohl dosiertem Crescendo mit zweiter Violine (Hermann Mohr) und Flügel (Martin Münch) zum farbenprächtigen Klanggemälde. Mit Begeisterung und aufmerksamem aufeinander Hören gelingt die Melange aus Grazie, Volkstümlichkeit und kunstvoller Satztechnik, die bei Strauß den unvergleichlichen Wiener Charme ausmacht. Schon geht der Rhythmus in die Füße, liegt die Aufforderung „Alles Walzer“ in der Luft, die dazu aufruft, diesen wundervollen Vorsommer-Abend zu durchtanzen. In Harmonie versammeln sich die Musiker zum schwungvollen Reigen, um anregende „Geschichten aus dem Wienerwald“ zu erzählen.
Mit Hingabe
Leise Melancholie im Vibrato durchzieht das „Künstlerleben“. Die „Rosen aus dem Süden“ öffnen mit süßem Duft ihr Bouquet, das Münch mit zarten Verzierungen umspielt. Das ist ein mit Hingabe ausgebreitetes Kaleidoskop an Stimmungen mit liebevoll optimistischem Unterton. Federnde Transparenz beherrscht das brillante Spiel, das den „Frühlingsstimmen“ und der „Schönen blauen Donau“ Schwung verleiht, frech und spritzig die beliebtesten Melodien aus der „Fledermaus“ zitiert und das „Wiener Blut“ lustvoll rauschen lässt.
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