200 Jahre „Käthchen von Heilbronn“


 
 
 Bildergalerie: Käthchen - Stadtrepräsentantinnen
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Datum : 06.03.2010 10:15
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Weitere Infos unter www.das-käthchen-von-heilbronn.de
Inszenierungen und Aktionen rund um das „Käthchen“ unter www.theater-heilbronn.de





"Käthchen" in Bestsellerauflage

Von Stefanie Sapara


"Käthchen" in Bestsellerauflage
Seit gestern sind ihre Geschichten mit dem Käthchenzitat auf Bäckertüten verewigt: Tanja Sagasser, Carola Krawczyk (hinten von links), Irene Schlör, Verena Kern und Lena Roth (vorne von links).Foto: Guido Sawatzki 

Heilbronn - Der Mensch braucht doch beides, Brot und Kunst", findet Marc Härdtner, Mit-Inhaber des Heilbronner Bäckerei-Unternehmens. "Es war reizvoll, das Grundnahrungsmittel mit geistiger Nahrung zu verbinden." Gesagt, getan. Seit gestern werden 250 000 Bäckertüten von den verschiedensten Käthchengeschichten geziert. Und das aus gutem Anlass: Vor 200 Jahren, am 17. März 1810, wurde Heinrich von Kleists "Das Käthchen von Heilbronn" in Wien uraufgeführt. Und weil ein runder Geburtstag immer etwas Besonderes ist, verdient er auch besondere Aufmerksamkeit.

In Zusammenarbeit mit der Bäckerei Härdtner und dem Maringo-Verlag schrieb die Stadtbücherei Heilbronn im vergangenen Herbst einen Kurzgeschichten-Wettbewerb aus. Um das Käthchen in Erinnerung zu halten. Und: "Um die Menschen zum Lesen und Schreiben zu animieren", erklärt Ingo Klopfer vom Maringo-Verlag. In der Härdtnerfiliale in der Galeria Kaufhof lasen fünf Autorinnen gestern ihre Werke vor. Die übrigen Gewinnergeschichten werden in ähnlicher Auflage im Mai veröffentlicht.

128 Ideen

Insgesamt gingen 128 Geschichten ein. Eine Zahl, die die fünfköpfige Jury positiv überrascht hat. "Der Käthchenstoff ist schließlich kein einfacher", sagt Klopfer. Nur eine Vorgabe gab es: Die Kurzgeschichte musste mit einem "Käthchen"-Zitat beginnen. Was herauskam, ist vielfältig: Lustiges und Poetisches, Modernes und Historisches. Da unterhält sich in Irene Schlörs Geschichte zum Beispiel Kleists Schwester Ulrike mit dem Autor höchstpersönlich über seine Arbeit. "Heinrich, jetzt lass uns gemeinsam überlegen, wie dieses neue Stück ausgehen und vor allem, wie es heißen soll." Amüsant, intelligent, zum Schmunzeln.

Jede Erzählung für sich ist vor allem eines: originell. Deshalb ist Marc Härdtner auch sicher, "dass viele Menschen die Tüten sammeln werden". Bei der ersten Staffel sind ausschließlich Autorinnen dabei. "In der zweiten gibt es auch einen Mann", verrät Klopfer.

Für Verena Kern, Abiturientin am Agrarwissenschaftlichen Gymnasium Öhringen, ist Schreiben eine Leidenschaft. Das Gefühl, es unter die besten zehn geschafft zu haben? "Ich bin glücklich", sagt die 19-Jährige. "Und ein bisschen stolz", meint sie schüchtern. Die Bescheidenheit ist gar nicht nötig.

Informationen unter www.kaethchentuete.de

18.03.2010


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